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Portfoliomanagement 2026: Warum „Einfach weiter so“ keine Option mehr ist

Die Energiekrise 2022 hat offengelegt, wo viele Portfoliomanagement- und Risikosysteme an ihre Grenzen stoßen: fehlende Liquidität, wegbrechende Handelspartner und Risikomodelle, die für Stresssituationen nicht ausgelegt waren. Häufig fehlte die Transparenz über das Gesamtportfolio, sodass Entscheidungen auf Basis unvollständiger Daten getroffen werden mussten – mit teilweise erheblichen wirtschaftlichen Folgen.

Seitdem hat sich viel getan. Risikorichtlinien wurden geschärft, Governance-Strukturen verbessert und die Transparenz erhöht. Doch die eigentliche Herausforderung bleibt: Die Energiewirtschaft hat sich nachhaltig verändert – und mit ihr die Anforderungen an das Portfoliomanagement.

Volatilität, Regulierung, neue Marktlogik

Die Märkte bleiben volatil und gleichzeitig steigt die Komplexität. Regulatorische Anforderungen wie REMIT II rücken die Markttransparenz stärker in den Fokus. Dezentrale Flexibilitäten verändern Last- und Erzeugungsstrukturen, während Prosumer zunehmend als aktive Marktteilnehmer auftreten.

Für Stadtwerke und Energieversorger bedeutet das: Klassische Beschaffungsstrategien funktionieren immer seltener. Stattdessen müssen kurzfristige Marktbewegungen, dezentrale Einspeisung und flexible Lasten aktiv gemanagt werden.

Flexibilität managen: Vom Versorger zum Orchestrator

Portfoliomanagement bedeutet heute mehr als die reine Bewirtschaftung von Energiemengen. Die Integration dezentraler Erzeugung, die Nutzung von Flexibilitäten im Intraday-Handel oder Redispatch, dynamische Tarife und die Bewertung von Batteriespeichern als Optimierungsinstrumente gewinnen an Bedeutung.

Ein Beispiel: Eine hohe PV-Durchdringung reduziert die zu beschaffene Menge, erhöht gleichzeitig aber die Prognoseunsicherheit und den kurzfristigen Steuerungsbedarf. Damit wandelt sich die Rolle vieler Energieversorger – sie werden zunehmend zu Orchestratoren in einem dezentralen Energiesystem.

Die eigentliche Schwachstelle: Prozesse und IT

Trotz Fortschritten im Risikomanagement bleiben fragmentierte Systemlandschaften ein Problem. Getrennte Systeme für Handel, Vertrieb und Prognose, manuelle Datenzusammenführung und zeitverzögerte Risikobewertungen erschweren schnelle Entscheidungen.

Die Folgen: Es fehlt eine durchgängige Sicht auf das Gesamtportfolio, Reaktionen auf Marktveränderungen dauern zu lange und wertvolle Ressourcen werden durch operative Tätigkeiten gebunden.

Prozessintelligenz schlägt Datenmenge

Nicht mehr Daten oder mehr KI sind automatisch die Lösung. Entscheidend ist, Informationen sinnvoll zusammenzuführen, Risiken zeitnah zu bewerten und Entscheidungen bestmöglich zu unterstützen. Erst wenn Daten und Prozesse ohne Medienbrüche zusammenspielen, wird Portfoliomanagement vom reaktiven Verwaltungsprozess zum aktiven Steuerungsinstrument.

Checkliste: Ist Ihr Portfoliomanagement zukunftsfähig?

  • Können Sie neue Flexibilitäten oder zusätzliche Marktpartner problemlos integrieren?
  • Haben Sie jederzeit einen aktuellen Überblick über Ihr Gesamtrisiko?
  • Treffen Sie Entscheidungen auf Basis konsistenter Daten?
  • Arbeiten Ihre Expertinnen und Experten strategisch – oder überwiegend operativ?
  • Sind Ihre Prozesse auf kurzfristige Marktbewegungen und neue Geschäftsmodelle vorbereitet?

Portfoliomanagement gemeinsam weiterdenken

Die Anforderungen an das Portfoliomanagement werden weiter steigen. Umso wichtiger ist es, Prozesse und Systeme regelmäßig zu hinterfragen und an neue Marktgegebenheiten anzupassen.

SOPTIM begleitet Energieversorger seit vielen Jahren mit tiefem energiewirtschaftlichem Know-how und umfassender Prozesskompetenz. Ergänzend dazu unterstützen die SOPTIM Lösungen Sie dabei, zentrale Beschaffungs- und Portfolioprozesse effizient und transparent zu gestalten.

Denn eines hat sich in den vergangenen Jahren deutlich gezeigt: Im Portfoliomanagement ist „Einfach weiter so“ keine Option mehr.