Was zunächst wie ein amüsanter Widerspruch klingt, beschreibt präzise und treffend, wie wir im Projektbereich der SOPTIM mit modernen IT-Technologien umgehen. Denn Cloud Native bedeutet keineswegs zwangsläufig, dass Anwendungen in einer öffentlichen Cloud betrieben werden müssen. Vielmehr steht der Begriff für einen hochinnovativen Ansatz, Software zu entwerfen, zu entwickeln und zu automatisieren – unabhängig davon, wo die Infrastruktur letztlich läuft.
Cloud Native: Mehr als nur ein Betriebsmodell
Die Anforderungen an moderne Softwarelösungen in der Energiewirtschaft haben sich in den vergangenen Jahren radikal verändert. Anwendungen müssen flexibel, feingranular skalierbar und maximal ausfallsicher agieren. Gleichzeitig erwarten unsere Kunden, dass Systeme plattformunabhängig und automatisiert betrieben werden können. Der Cloud-Native-Stack ist heute kein „Nice-to-have“ mehr, sondern ein fester Bestandteil unserer Projektarbeit.
Dabei geht es keineswegs darum, das Rad für jede technologische Herausforderung neu zu erfinden. Im Gegenteil: Cloud Native basiert fundamental auf dem Prinzip, sich auf die „Schultern von Giganten“ zu stellen. Wir nutzen etablierte Open-Source-Technologien und Standards, die von einer weltweiten Community unter dem Dach der Cloud Native Computing Foundation (CNCF) mit einer strengen Governance und extrem hohen Qualitätsstandards weiterentwickelt werden. Das schützt vor dem berüchtigten „Not-Invented-Here“-Syndrom und garantiert zukunftssichere Softwarebausteine, auf die sich heute globale Digitalökosysteme verlassen.
Das KRITIS-Umfeld und das Paradoxon der Souveränität
Während in Standard-Produktumgebungen, wie der SOPTIM Elements Plattformlösung der direkte Weg in die Public Cloud absolut sinnvoll ist, gelten im Projektbereich – insbesondere im Umfeld Kritischer Infrastrukturen (KRITIS) – oft andere regulatorische Spielregeln.
Zudem birgt eine reine Public-Cloud-Abhängigkeit im KRITIS Bereich ein gefährliches technologisches Paradoxon: Ein System, das für die Steuerung und Stabilität des Stromnetzes verantwortlich ist, darf in einer Krisensituation nicht davon abhängig sein, ob eine externe, globale Infrastruktur fehlerfrei erreichbar ist.
Die Lösung des Projektbereichs: Volle digitale Souveränität.
Weil wir dieselben bewährten CNCF-Technologien nutzen wie die großen Cloud-Anbieter, können wir diese nahtlos in unserem eigenen SOPTIM-Rechenzentrum oder in hybriden Umgebungen betreiben. Unsere Kunden profitieren so von hochmodernen Betriebsprinzipien, behalten aber gemeinsam mit uns die volle Kontrolle über ihre geschäftskritischen Systeme und Daten.
Kubernetes und die Freiheit für hybride Szenarien
Die unangefochtene technologische Grundlage dieses Ansatzes bildet Kubernetes als De-facto-Standard für die Container-Orchestrierung. Die Plattform übernimmt die automatisierte Verwaltung der Container. Sie stellt sicher, dass Anwendungen durchgehend verfügbar bleiben, fängt Fehler selbstständig ab und passt die Ressourcen flexibel an veränderte Anforderungen an.
Der entscheidende Vorteil für unsere maßgeschneiderten Projekte ist die Cloud-Unabhängigkeit. Ohne einen Vendor Lock-in lässt sich der gesamte Kubernetes-Cluster mit minimalem Aufwand genau dort betreiben, wo der Kunde ihn braucht – sei es lokal, bei einem souveränen europäischen Cloud-Anbieter oder eben in einer hybriden Mischform. Die Software bleibt identisch, hochgradig portabel und flexibel.
Cloud Native ist vor allem eine Denkweise
Technologie allein reicht jedoch nicht aus. Cloud Native erfordert auch ein grundlegendes Umdenken in den Köpfen der Teams. Das klassische Antipattern „Works on my machine“ hat ausgedient.
Architektur, automatisiertes Monitoring, Resilienz und die spätere Betreibbarkeit müssen von der allerersten Codezeile an mitgedacht werden. Entwickler müssen in verteilten Systemen denken:
- Können mehrere Instanzen dieser Anwendung gleichzeitig laufen, ohne blind in dieselbe Datenbankinstanz zu schreiben?
- Wie verhält sich der Service im Verbund des gesamten Clusters?
- Sind alle Komponenten automatisiert testbar und beobachtbar?
Dieses neue, ganzheitliche Denken bricht alte Silos auf und sorgt intern wie extern für extrem robuste, langlebige Softwarelösungen.
Gemeinsam die Zukunft denken
Wir bei SOPTIM bleiben nicht stehen und bauen unser gewaltiges Know-how im eigenen Haus stetig aus. Aktuell arbeiten unsere Teams im Projektbereich an hochspezifischen Projekten wie „Dynamische Cluster 2.0“ zur intelligenten Ressourcenoptimierung sowie an der Bereitstellung von hochgradig abgesicherten, Cloud-Native-basierten Entwicklungsumgebungen.
Für den Projektbereich der SOPTIM ist Cloud Native weit mehr als ein kurzfristiger Hype. Es ist unser Versprechen an den Markt, hochmoderne, belastbare und zukunftssichere Lösungen zu bauen, die die Energiewende digital stützen – unabhängig davon, ob die Cloud am Ende auf virtuellen Servern, in einer Hybrid-Cloud oder eben ganz souverän „im Keller“ steht.
