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„Leuchtturmprojekt der deutschen Übertragungsnetzbetreiber“

SOPTIM und FGH realisieren Redispatch-Ermittlungs-Server für die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz Transmission GmbH, Amprion GmbH, Transnet BW GmbH und Tennet TSO GmbH.

Aachen, 01.08.2018. Die SOPTIM AG wurde gemeinsam mit der FGH im Rahmen eines europaweiten Vergabeverfahrens mit der Realisierung des Redispatch-Ermittlungs-Servers (RES) beauftragt. Dieser wird künftig deutschlandweit Netzengpässe bestimmen und notwendige Anpassungen an Einspeisungen und Lasten optimal dimensionieren.  

Der RES ist ein Teil der Redispatch-Plattform, die derzeit von den vier deutschen Übertragungsnetzbetreibern (ÜNB) aufgebaut wird. Über diese Plattform werden die ÜNB künftig die systemstabilisierenden Maßnahmen für alle Betriebsplanungsstufen (mehrere Tage im Voraus bis zur Intradayplanung) regelzonenübergreifend gemeinsam planen, koordinieren, abwickeln und überwachen. Neben einem hohen Effizienzgewinn sorgt die neue Plattform für einheitliche, transparente und sichere Prozesse im Kontext von Redispatch, Einspeisemanagement sowie anderer betrieblicher Maßnahmen, wie dem Einsatz von Querregeltransformatoren und Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen.

Der RES bildet dabei künftig die systemtechnische Unterstützung der planerischen Abstimmungsprozesse, bietet den ÜNB eine identische Sicht auf das deutsche Übertragungsnetz und schafft die Basis für die Auswahl geeigneter Maßnahmen.

RES sichert die Netzstabilität
Der Bedarf an systemstabilisierenden Eingriffen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Grund dafür sind der Rückbau konventioneller Erzeugungsanlagen und der enorme Zubau erneuerbarer Energien, durch die sich die Netzauslastung nachhaltig verändert hat. Mit der Redispatch-Plattform werden die steigenden operativen Aufwände sicher beherrschbar: Der RES prognostiziert künftig die Netzsituation für die relevanten planerischen Zeithorizonte Woche, Tag sowie Stunde und erkennt drohende Engpässe. Anschließend ermittelt der RES aus den verfügbaren netz- und marktbezogenen Maßnahmen, weiteren Reserven sowie bei Bedarf auch weitergehenden Eingriffen die Wirksamsten und Kosteneffizientesten unter Beachtung der gesetzlich gebotenen Vorränge, um den Engpass aufzulösen. Dazu optimiert der RES beispielsweise die Stellung der Querregeltransformatoren. Weiterhin werden zielführende Eingriffe in Last- und Einspeisemuster wie z. B. geänderte Kraftwerksfahrpläne und der Einsatz netzstabilisierender Reservekraftwerke bestimmt.

SOPTIM und FGH realisieren RES
„Da der Redispatch-Ermittlungs-Server das zentrale Instrument zur Sicherung der Netzstabilität ist, waren ein performantes Datenmanagement, ausgefeilte Algorithmen für die Berechnungen sowie eine hohe Robustheit im Betrieb essentielle Kriterien für die Auftragsvergabe“, so Daniel Fraß, Projektleiter der TenneT TSO, die den RES stellvertretend für die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber betreiben wird. Im Rahmen des europaweiten Vergabeverfahrens hat sich SOPTIM mit der FGH als Nachunternehmer in der Gesamtbewertung als Bestbieter durchgesetzt. „Mit beiden Unternehmen haben wir zuverlässige IT-Dienstleister gefunden, die die sehr hohen Anforderungen an Performanz, Sicherheit, Verfügbarkeit der Lösung bestens erfüllen. Wir sind uns sicher, dass wir mit der nachgewiesenen fachlichen Kompetenz von SOPTIM und der FGH unser Projektziel erreichen.“

SOPTIM sieht der Umsetzung des RES erwartungsvoll entgegen: „Die Aufgabenstellung des Redispatch-Ermittlungs-Servers ist ein Leuchtturmprojekt der deutschen Übertragungsnetzbetreiber mit Signalkraft auf die europaweite Kooperation zur Sicherstellung der Systemstabilität“, freut sich Christoph Speckamp, Bereichsleiter Energiewirtschaft bei SOPTIM gemeinsam mit Dr. Simon Krahl, Leiter Systemstudien bei der FGH. Dieser stellt fest: „Die IT-Lösung trägt dazu bei, das aktuelle Spannungsfeld zwischen den Herausforderungen des Netzausbaus, der Integration der Erneuerbaren Energien und der Systemsicherheit in Einklang zu bringen. Daher freuen wir uns umso mehr, die Expertise der FGH in das Projekt einzubringen und im Schulterschluss mit SOPTIM den RES zum Erfolg zu führen“.

Die zwei Teilstücke der Redispatch-Plattform
Technisch besteht die Redispatch-Plattform aus dem RES und dem Redispatch-Abwicklungs-Server (RAS). Der RES wird für die Netzberechnung, -analyse und die Maßnahmendimensionierung eingesetzt. Der RAS ist für die Aktivierung und Überwachung der Maßnahmen zuständig und kommuniziert hierzu mit allen involvierten Marktakteuren. Auch nachfolgende Prozesse wie die Abrechnung sowie Transparenz- und Veröffentlichungspflichten werden vom RAS unterstützt, für dessen Umsetzung ebenfalls die SOPTIM verantwortlich ist.

Die Inbetriebnahme des RES ist für 2020 geplant.

Ansprechpartner: 
Stephanie Lemken
Leiterin Kommunikation und Marketing
Tel. +49 241 894 91-4111 

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