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Mehr-/Mindermengenabrechnung aus Lieferantensicht

Die aktuelle Situation

Seit ihrer Einführung ist die Mehr-/Mindermengenermittlung und -abrechnung ein viel diskutiertes Thema in der Energiewirtschaft und führt nicht selten zu Dissens zwischen Netzbetreibern und Lieferanten bzw. Transportkunden.

in Fachgremien, Seminaren und anderen Foren hat man in den letzten Jahren immer wieder nach Möglichkeiten gesucht, Mehr-/Mindermengen zu reduzieren, etwa dadurch, dass man Standardlastprofile optimiert oder Temperaturmessstellen (Gas) besser auswählt. Die Frage, wie bei der Mehr-/Mindermengenabrechnung vorzugehen ist, wurde meist hinten angestellt und auch das Thema der Rechnungsprüfung durch die Lieferanten wurde, wenn überhaupt, stiefmütterlich behandelt.

Gründe dafür sind die Vielfalt an Verfahren, die Mehr-/Mindermengen zu ermitteln, die fehlenden oder unzureichenden Prozessregelungen sowie uneinheitliche Datenformate, die alle maßgeblich zum aktuell hohen Maß an Intransparenz und manuellem Aufwand in den operativen Prozessen beitragen. Somit ist es aus Lieferantensicht Stand heute nach wie vor ein schwieriges und aufwendiges Unterfangen, den Themenkomplex Mehr-/Mindermengenabrechnung und insbesondere die Rechnungsprüfung zu beherrschen.

Die Herausforderung!

Bislang ist es häufig noch akzeptierte Praxis, dass Mehr-/Mindermengenabrechnungen verspätet oder gar nicht gestellt werden. Folge: Die Lieferanten geben die Abrechnungen mangels Prüfbarkeit nur unter Vorbehalt oder gar nicht frei. Jedoch werden die vorgesehenen Änderungen zur Mehr-/Mindermengenabrechnung den Druck auf Netzbetreiber und Lieferanten erhöhen, regelkonform zu handeln – wie dies in der Vergangenheit bereits in anderen Bereichen (z. B. Lieferantenwechselprozesse, Bilanzkreisabrechnung) zu beobachten war.

Welche wesentlichen Änderungen stehen an?

  • Generell: Einführung von interpretationsfreien und eindeutigen Prozessvorgaben
  • Reduzierung auf zwei Verfahren (Stichtag/rollierend)
  • Zählpunktscharfe elektronische Abrechnung, getrennt von der Netznutzungsabrechnung
  • Abrechnung parallel zum Netznutzungszeitraum
  • Einführung eines Anreizsystems (Gas – bereits mit KOV VII zum 01.10.2014)
  • Wegfall des Korrekturprozesses (Gas – bereits mit KOV VII zum 01.10.2014)

Diese Änderungen werden organisatorische Regelungen und klare Prozesse erforderlich machen und neue bzw. veränderte Anforderungen an die IT und an das Datenmanagement stellen.

Was tun?

Wenngleich die oben genannten Änderungen aktuell noch nicht vollumfänglich greifen, ist dennoch jetzt der richtige Zeitpunkt, sich als Lieferant intensiver mit der Mehr-/Mindermengenabrechnung auseinanderzusetzen.

Einige Fragen, die es für Sie als Lieferant zu beantworten gilt, sind beispielsweise:

  • Ist die Verantwortung für den Prozess der Rechnungsprüfung bei Ihnen organisatorisch klar zugeordnet? Falls ja, ist die heutige Zuordnung auch zukünftig sinnvoll?
  • Was würde passieren, wenn plötzlich alle Netzbetreiber eine Abrechnung erstellten und eine zeitnahe Rechnungsfreigabe einforderten? Wie würde Ihre Organisation reagieren?
  • Wann macht es Sinn, eine Abrechnung im Detail zu prüfen? Wann reicht eine schnelle Plausibilisierung?
  • Gibt es Regeln zur Priorisierung bei der Rechnungsprüfung (z. B. Fokus auf das assoziierte Netz und die Top 3 bis 5 Netzbetreiber in Bezug auf die Anzahl der SLP-Zählpunkte und/oder Rechnungshöhe?) Gibt es definierte Eskalationswege?
  • Sind Ihnen die heutigen Schwachstellen im Prüfungsprozess bekannt? Wissen Sie, mit welchen Maßnahmen die Schwachstellen behoben werden können? Wie sind der Aufwand, den diese Maßnahmen verursachen, im Vergleich zu deren Nutzen zu bewerten?
  • Liegen die zur Rechnungsprüfung erforderlichen Daten pünktlich, in geeigneter Form und in hinreichender Qualität vor? Falls nicht, was ist zu tun, um die benötigte Datengrundlage zu schaffen?

Bei der unternehmensindividuellen Beantwortung der oben genannten Fragen sowie bei der Umsetzung der sich daraus ergebenden Maßnahmen unterstützen Sie die Berater der sbc – auf der Basis von langjähriger Projekterfahrung und tiefgehenden energiewirtschaftlichen Prozesskenntnissen.

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