Heller Zähler steuert weiße Ware  

Smart, smart, smart – wohin man schaut und hört, die Energiewelt wird smart. Erst Meter, dann Grid und Home, schließlich die ganze Branche. Merkwürdig, dass ein englisches Modewörtchen den Fachdiskurs beherrscht, obwohl wir noch in einer Realität stecken, die standhaft so ziemlich das Gegenteil von smart zu sein beliebt. Ist es unsere ewige Sehnsucht nach der schönen neuen Welt? Oder ist Gorbatschow schuld (Wer zu spät smart sagt, den bestraft das Leben)? Nein, im Ernst, wir müssen uns natürlich ein Bild von der Zukunft machen. Und selbstverständlich wollen wir vorneweg marschieren. Denn wer nicht gestaltet, wird verwaltet.

Trotzdem, der smarte Overkill nervt. Wenn alles smart wird, droht Beliebigkeit. Wer will denn noch smart sein, wenn alle anderen es auch sind oder sein wollen? Wer wird überhaupt noch wahr- und ernstgenommen, wenn jeder in den Chor der Smartsager einstimmt? Ganz klar, wir brauchen neue Adjektive, um herauszuragen aus der smarten Masse. Vielleicht kommt schon bald jemand um die Ecke und behauptet, er und seine Technologie seien supersmart. Mit "mega" und "hyper" gelingen nicht minder schöne Steigerungen. Andererseits: Es kann kein Zufall sein, dass sich aus unserem Lieblingswort so schöne Verballhornungen machen lassen wie SM-Art oder (S)Marter. In jedem Scherz wohnt bekanntlich ein Funken Wahrheit.

Und warum muss es schon wieder ein Anglizismus sein? Wer sich die Mühe macht, deutsche Übersetzungen von "smart" ausfindig zu machen, wird reich entlohnt: klug, intelligent, schlau, clever, pfiffig, schick, fein, raffiniert, schnell, schmuck, fesch, flott, gewitzt, vornehm, flink, zackig, fix, schnittig, gerieben, superklug, neunmalklug, rasch, hell, zügig und blitzschnell sind im Angebot. Wenn das die Fantasie nicht ankurbelt!

Wie wäre es, von zackigen Zählern zu sprechen? Gut, das wird wohl eher missverstanden. Einen neunmalklugen Zähler möchte vermutlich auch niemand im Haus haben. Aber vielleicht einen hellen Zähler, weil er ja zugleich hell und helle ist? Das ist die Lösung!

Nun bedarf es nur noch eines kleinen Gedankensprungs, helle Zähler zur weißen Ware zu erklären. Die Brücke zu den farbgleichen, künftig fernzusteuernden Haushaltsgeräten im Smart Home ist auch im Nu geschlagen. Ich sehe schon die Schlagzeile: "Heller Zähler steuert weiße Ware". Okay, eigentlich tut dies ja das Gateway. Aber egal, Kleinkariertheit stört, wenn man die Zukunft neu erfindet! Über Smart Grid und Smart Home müsste ich allerdings noch einmal nachdenken.

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