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Auswirkung aus dem EEG 2012 für Verteilnetzbetreiber

Die turbulenten politischen Entwicklungen um den Ausbau der erneuerbaren Energien sind mit dem EEG 2012 keineswegs abgeschlossen, sondern lassen kurzfristig weitere gesetzliche Anpassungen der Rahmenbedingungen insbesondere für Verteilnetzbetreiber (VNB) erwarten. In den ersten Betrachtungen lag der Fokus fast ausschließlich auf dem erforderlichen Ausbau des Höchstspannungsnetzes zum Abtransport des erzeugten Stroms. Inzwischen sind auch die Verteilnetzbetreiber ins Rampenlicht gerückt. Immer mehr anzuschließende EEG-Anlagen sowie vermehrte Rückspeisungen in vorgelagerte Netzebenen stellen die Unternehmen zunehmend vor Herausforderungen und machen einen Netzausbau auch auf VNB-Ebene erforderlich. Daneben müssen die Verteilnetzbetreiber die aktuellen Anforderungen aus dem EEG 2012 und erwartete neue Anforderungen im Griff haben: die zu zahlende Vergütungen an die Anlagenbetreiber, die Weiterwälzung der Vergütungen an die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) sowie monatlich wechselnde Direktvermarktungsmeldungen.

Für die Direktvermarktung zeichnet sich wachsendes Interesse ab, da die neuen Regelungen für Anlagenbetreiber wirtschaftlich attraktiv erscheinen. Vor der Einführung von EDIFACT-basierten Anmeldungen für Direktvermarktungen bei den Netzbetreibern ab 2013 stellt diese Neuerung aus dem EEG 2012 die wesentliche Herausforderung für den Verteilnetzbetreiber dar. Für Anlagenbetreiber gibt es drei Formen der Direktvermarktung, die auch anteilig und monatlich wechselnd je Anlage angemeldet werden können. Im Hinblick auf die Bilanzierung müssen Verteilnetzbetreiber differenzieren nach:

  • Marktprämienmodell (MPM): Bilanzierung in Bilanzkreis MPM des entsprechenden Lieferanten
  • Grünstromprivileg (GSP): Bilanzierung in Bilanzkreis GSP des entsprechenden Lieferanten
  • Sonstige Direktvermarktung (SDV): Bilanzierung in den entsprechend den MaBiS-Regelungen zugehörigen Lieferantenbilanzkreis

In den Berichtsbögen, die der Verteilnetzbetreiber als Prognose- und IST-Berichte monatlich an den ÜNB zu senden hat, muss die nach EEG 2012 beschriebene Vergütung nach den Direktvermarktungsmodellen ausgewiesen werden. Bisher genügte es, den direkt vermarkteten Anteil aus der Vergütung herauszurechnen und nur den verbleibenden Anteil nach EEG-Vergütung zu melden. Jetzt muss pro Monat und Direktvermarktungstyp die jeder Anlage zugeordnete Menge in den Berichten enthalten sein. Das gelingt noch relativ einfach.

SOPTIM Newsletter 2012 EEG

Beim Marktprämienmodell ist es schwieriger, die Vergütung zu ermitteln. Diese muss der Netzbetreiber an den Anlagenbetreiber zahlen und an den ÜNB über die Berichte weiterwälzen. Die Marktprämie muss zunächst pro Anlage aus einer Prognose der zu erwartenden Vergütung nach EEG ermittelt werden. Unter Berücksichtigung von Anlagenzubauten innerhalb von zwölf Monaten und darüber hinaus sowie aller anderen vergütungsrelevanten Änderungen an einer Anlage muss die Jahres- bzw. Monatsvergütung prognostiziert werden. Der monatlich relevante Marktpreis der EEX (Verkaufserlös EEX) wird davon abgezogen und die sogenannte Prämie für Management (PM) hinzugerechnet. Die PM liegt je Jahr und Energieart fest. Dasselbe muss nach Monatsende für die IST-Betrachtung der jeweiligen Direktvermarktungsanteile anhand der gemessenen Zeitreihen erfolgen.

Der ÜNB vergleicht die Meldungen der IST-Monatsmeldungen mit den im Zuge der MaBiS gemeldeten energieartenscharfen und sortenreinen EEG-Summenzeitreihen. Nur bei Übereinstimmung zahlt der ÜNB die EEG-Vergütungen an den Netzbetreiber. Hier kommt auf den Verteilnetzbetreiber ggf. ein hohes finanzielles Risiko zu, denn an die Anlagenbetreiber wurde der Abschlag bereits ausgezahlt. Die Jahresmeldung ergibt sich aus den Monatsmeldungen, so dass die korrekte Erstellung der Monatsmeldungen in Abgleich mit den MaBiS-EEG-Meldungen einen hohen Stellenwert gewinnt.

Insgesamt also eine große Herausforderung an die Qualität der Anlagenstammdaten sowie die korrekte Zuordnung der Direktvermarktungsanteile und verbleibenden Anteile mit EEG-Vergütung in die entsprechenden Bilanzkreise. Stimmen die Mengen, bleibt als letzte Aufgabe die Ermittlung der Vergütungszahlen anhand der zugeordneten Vergütungskategorien. Mit SOPTIM EKM und Beratungsunterstützung lassen sich alle Prozesse problemlos abbilden und die Risiken systematisch begrenzen.

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