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Wie gelangen Branchen im Umbruch zu stabilen Softwarelösungen?

Vorgehen beim Design-Thinking-Prozess auf einer Grafik

Vorgehen beim Design-Thinking-Prozess auf einer Grafik

Die Umgestaltung der Energiewelt ist durch vier große D's geprägt:
Dekarbonisierung, Dezentralisierung, Demokratisierung und Digitali­sierung. Dr. Horst Walter von SOPTIM kommentiert diese Entwicklung und stellt die Wichtigkeit von Software dar.

Mittlerweile ist die Energiewende zum alltäglichen Energiewandel geworden, denn gewendet hat die Energieversorgung schon lange, wir sind geradeaus auf dem Weg zu einer erneuerbaren und damit dekarbonisierten und dezentralen Ener­giewelt. Zusätzlich sind nicht mehr die großen Energieversorgungsunternehmen sondern immer öfter Bürger und Genos­senschaften Eigentümer der Erzeugungs­anlagen, was man auch Demokratisierung nennen kann.

Und es wird immer deutlicher, dass ein Ende des Wandels noch lange nicht in Sicht ist und dass der Wandel nicht nur die Energie betrifft: Die Digitalisierung beein­flusst alle Geschäfts- und Lebensbereiche und die Menschen erwarten „perfekte" di­gitale Services. Ja mehr noch, sie erwarten eine digitale Begleitung auch im Bereich der Energie. Diese Veränderungen erfor­dern auch eine weiterenlwicklung der un­terstützenden Software.

Transparenz und Vereinfachung
Bei der Softwareunterstützung stan­den bisher eher die bekannten Aufgaben im Vordergrund. Mit der Automatisierung der Prozesse, der engen Integration mit Nachbarsystemen und verständlichen und einfachen Bedienmöglichkeiten wur­de die Effizienz gesteigert und die Kosten gesenkt Mit Cockpits, aufgabenspezifi­schen Übersichten und spezifischen Aus­wertungen wurde ein klarer, aktueller und umfassender Blick auf die Situation im je­weiligen Portfolio geschaffen, um eine si­chere Portfoliosteuerung zu ermöglichen. Und diese Anforderungen steigen weiter, weil die Energiewelt durch die Dezentralisierung kleinteiliger und durch die dargebotsabhängige Erzeugung auch kurzzy­klischer wird, um auf Erzeugungsschwan­kungen reagieren zu können.

Zusätzlich fordert die Regulierung im­mer weitere Schrille in Richtung Transpa­renz und Vereinfachung. Jüngstes Beispiel ist die Eindeutige Bezeichnung der Mark­tobjekte über Markt- und Messlokationen, die ab dem 01. Februar 2018 verbindlich genutzt werden müssen. Die Anstrengun­gen der Softwarelieferanten auf den Ge­bieten Anpassungen an Marktspielregeln, Beherrschung von wachsender Komple­xität und wachsendem Datenvolumen, Erweiterung der automatisierung und steigerung der Übersicht dürfen also nicht kleiner werden. Zusätzlich erzwingt die Digitalisierung weitere Veränderun­gen: Die Bedürfnisse und Erwartungen der Energiekunden verändern sich: Trans­parenz, digitale Self-Services und digitale Mehrwerte werden selbstverständlich und darüber hinaus werden „digitale Erlebnis­se" (im Sinne von „das ist aber eine tolle Lösung") erwartet. Das bedeutet die kor­rekte und schnelle Verarbeitung großer Datenmenge bei intelligenter Aufberei­tung der Infom1ation, damit sowohl der Software-Anwender als auch der Ener­giekunde von der Transparenz, Übersicht und .Einfachheit begeistert ist. Zusätzlich werden ganz andere Mehrwerte mög­lich: Neue Windkraftanlagen liefern rund 60 000 Datensätze pro Minute, über die heute jede neue Anlage kostengünstig sehr genau beobachtet werden kann, um ihren Zustand zu beurteilen und daraus geeig­nete Schlüsse wie für die Instandhaltung zu ziehen. Aber was die zukünftigen Kun­denbedürfnisse sein werden und welche Software-Funktionen wirklich Mehrwerte schaffen, kann wegen des stetigen Wandels heute kaum vorausgesehen werden. Des­halb ist es umso wichtiger, die Zusammen­arbeit im Bereich der Softwareerstellung weiterzuentwickeln, um auf neue, oft noch unscharfe Anforderungen rasch und flexibel reagieren zu können.

Zusammenarbeit fördert
Für die Softwareentwicklung im Um­feld von sich stetig wandelnden Anforde­rungen stehen die Methoden der agilen Entwicklung zur Verfügung. Aber es wer­den noch etliche Projekte zur Erstellung beziehungsweise Einführung neuer Soft­warelösungen, klassisch, mit Lastenheft und Pflichtenheft ausgeschrieben. Dabei formuliert das Lastenheft die abschließen­den Anforderungen und das Pflichten­heft die zugehörige vollständige Lösung, obwohl die Inbetriebnahme in der Regel erst ein bis zwei Jahre nach Auftragsver­gabe erfolgt. Hier wird deutlich, dass in­folge des Wandels weder Lastenheft noch Pflichtenheft noch die erstellte Lösung die Anforderungen zum Zeitpunkt der In­betriebnahme treffen können. Erst recht können sie keine Lösungsansätze für sich entwickelnde, neue Geschäftsmodelle enthalten, die zum Beispiel auf der Sekto­renkopplung oder dem Dienstleistungsge­schäft basierend, weil die Anforderungen an eine entsprechende Softwareunterstüt­zung noch im Unklaren liegen.

Als Lösung bieten sich neue Formen der Zusammenarbeit an, die eine rasche Reaktion ermöglichen, schnell erste Erkenntnisse liefern und auch Innovationen fördern. SOPTIM geht bei der Entwicklung neuer Lösungen vom ersten Impuls bis zur vollständigen Umsetzung entsprechend dem Ansatz des Design-Thinking vor. So können wir im Projekt gleichzeitig möglichst schnell an den neuen Geschäftsmodellen und der erforderlichen Software arbeiten.

Dabei ist der zentrale Punkt für das Umgehen mit den Unsicherheiten das ite­rative Vorgehen. Egal ob bei einer neuen Geschäftsidee oder der Entwicklung der Software, zunächst gilt es, die Idee bezie­hungsweise das Ergebnis zu beobachten und aus Anwendersicht zu verstehen, um eine gemeinsame Sicht auf das Thema zu entwickeln. Auf dieser Basis werden dann Ideen zur Weiterentwicklung gesammelt, als Prototyp realisiert und unmittelbar wieder getestet. Das ganze erfolgt kurzzyklisch zum Beispiel in Intervallen von zwei oder drei Wochen, um möglichst kleine Schritte zu machen und die Ergebnisse schnell vorliegen zu haben. So können alle Projektbeteiligten prüfen, ob man ein gemeinsames Verständnis hat und ob man auf dem richtigen Weg in die Zukunft der digitalen Energiewelt ist.

Bei einem solchen Vorgehen ist das Rollenverständnis nicht mehr das von Aufraggeber und Auftragnehmer Son­dern das von Partnern, die sich kennen, verstehen und vertrauen und die fair mit­einander umgehen. Kurz gesagt, aus Busi­ness-to-Business wird Human-to-Human. Diese weiterentwickelte Form der Zusam­menarbeit fließt natürlich auch in die geschlossenen Projekt verträge ein. Außerdem ist die Zusammenarbeit auch nach Projektende eine andere: Die Partner ken­nen gegenseitig die Experten und können unkompliziert mit ihnen kommunizieren, um Beobachtungen und Ideen auszutau­schen und Fragen zu klären. Dabei sind digitale Kanäle integraler Bestandteil der Zusammenarbeit, um orts- und zeitun­abhängig auf ldeen, Wissen und Kompetenzen der beteiligten Menschen zurück­greifen zu können. Idealerweise wird die Zusammenarbeit durch eine komfortable Wissensplattform gestützt.

Workshop schafft Verständnis
Seit Anfang 2017 entwickelt SOPTIM diese Form der Zusammenarbeit mit den Kunden, die so zu Partnern werden. Wir erleben das Miteinander als sehr unkom­pliziert und dennoch zielstrebig und effizi­ent und bekommen auch ein entsprechen­des Feedback.

Auf des Basis der Partnerschaft lässt sich die Zusammenarbeit auch gut nut­zen, um Innovationen zu fördern. Zur Umsetzung bieten sich Thinking Days und Challenge Days an. Bei den Thinking Days werden Ideen, Probleme oder Aufga­benstellungen vorgestellt und anhand der Design-Thinking Methode validiert. So entsteht ein gemeinsames Verständnis und gegebenenfalls ein gedanklicher Prototyp. Gleichzeitig werden die bestehenden ldeen angereichert, erhärtet oder frühzeitig verworfen und es werden auch neue lde­en generiert. Die Challenge Days folgen den Thinking Days, in denen die Ideen anhand von Prototypen validiert werden. Ergebnisse sind Erkenntnisse über die Leistungsstärke der Idee oder der Software und Anregungen beziehungsweise Erfor­dernisse zur Weiterentwicklung.

Alle Player des Energiemarktes müs­sen sich dem stetigen Wandel der Anfor­derungen stellen. Dies betrifft die Wei­terentwicklung der Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle sowie der entspre­chenden Softwareunterstützung. Um die­sen stetigen Wandel trotz der nur vagen Kenntnis der zukünftigen Anforderungen zu meistern, wird sich auch die Zusam­menarbeit der Geschäftspartner vom Auf­traggeber-Auftragnehmer-Verhältnis zu einer Partnerschaft weiterentwickeln.

Die partnerschaftliche Zusammen­arbeit wird geprägt sein von iterativen Vorgehensweisen, bei denen in kleinen Schritten aus Ideen sukzessive belastbare Produkte, Geschäftsmodelle und Anwen­dungen entstehen und bei jedem Schritt überprüft wird, ob er in Richtung des Ziels geht. Dies setzt Verständnis und Vertrauen voraus und bietet den zentralen Mehrwert der schnellen Reaktionsfähigkeit, weil man den nächsten Schritt leicht auch auf ein verändertes Ziel ausrichten kann.

Ansprechpartner: 
Stephanie Lemken
Leiterin Kommunikation und Marketing
Tel. +49 241 894 91-4111 

Veröffentlichung:

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