Mehr als reine Mathematik

Drehscheibe für viele Parteien

Drehscheibe für viele Parteien

Trading-Plattform
Für automatischen Kurzfristhandel braucht es mehr als ein Set von Algo-Tradern. Es müssen unter anderem verschiedenste Systeme und Daten angebunden werden. Der Flaschenhals der Nominierung kann zudem zum kritischen Faktor werden.

Auto-Trading und Algo-Tra­dlng sind die vorherrschen­den Trends auf den Han­delsfluren der Direktvermarkter, Handelsdienstleister und Stadt­werke.
Bekannt sind solche "Handels-Au­tomaten" aus der Finanzbranche, wo sie sich vor allem im hochfre­quenten Börsenhandel etabliert ha­ben. Nun verbreiten sich diese Sys­teme in der Energiewirtschaft vor­zugsweise dort, wo echtzeitnaher Handel, Liquidität und annehmbare Transaktionskosten aufeinander­treffen - wie an der Epex Spot. Um hier einen automatischen Handel zu etablieren, bedarf es Jedoch mehr als eines Sets von Algo-Tradern. Auto-Trading ist ein aussichtsrei­ches Werkzeug für eine Branche, die sich gezwungen sieht, die Möglichkeiten von Automation und Digi­talisierung auszuschöpfen. Auto­Trader reagieren schneller auf neue Informationen. Sie können effizient viele kleine Positionen bewirtschaf­ten.

HANDELSERGEBNIS IM BLICK
Besonders bei zeitkritischen Stra­tegien stellen sie eine große Hilfe dar. Dabei kennen Auto-Trader we­der Furcht noch Gier. Sie führen Jede Strategie präzise aus und respek­tieren dabei Jederzeit die Vorgaben und Limits. Sofern man das als Qua­lität versteht, sind sie ihren mensch­lichen Pendants überlegen. Direktvermarkter und Handelshäuser, die sich in einem harten Wett­bewerbsumfeld bewegen, zielen mit dem Einsatz der Algorithmen darauf, die Kosten zu reduzieren und zugleich die Handelsergebnisse zu verbessern.
In einem umkämpften Markt geht es ihnen vorrangig darum, dem Wettbewerb einen Schritt - oder ein paar Cent-Kommastellen pro MW - voraus zu sein.
Stadtwerke und kleinere Direktver­markter, die noch keinen 24/7-Han­delsflur betreiben, evaluieren der­zeit sehr genau, ob sich die Investi­tionen in einen Schichtbetrieb wirk­lich lohnen oder ob nicht stattdessen eine intelligente Maschine die un­geliebten Nacht- und Wochenend­schichten übernehmen könnte. Eine weitere Motivation - vor allem für Unternehmen auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern - ist die Überlegung, Handelsdienstleis­tungen für Dritte anzubieten.

UNTERSCHIED FINANZWELT
Fast fragt man sich, warum bekann­te Methoden aus der Finanzwelt nicht schneller übertragen werden Liegt es an der Branche selbst, die als traditionell und risikoavers gilt? Nur bedingt, denn in der Energie­welt ist die Herausforderung sehr viel komplexer.
Trotz aller Parallelen zur Finanzwelt bestehen fundamentale Unter­schiede, die letztendlich auf der Physik von Erzeugung, Speicherung und Verteilung von Energie beru­hen. Hieraus resultieren unerlässli­che Prozesse und Aufgaben rund um den eigentlichen Energiehandel, etwa ein hochfrequentes Positionsmanagement für Vertriebs­- oder Erzeugungsportfolios, oder die ordnungsgemäße Nominierung aller Geschäfte an die Übertragungsnetzbetreiber.
Aus diesem Grund bedeutet Auto­Trading in der Energiewirtschaft mehr, als nur Algorithmen auf Arbitragegewinne anzusetzen. Es geht vielmehr darum, eine automatisier­te Trading-Plattform für den Kurz­fristhandel zu schaffen. Dabei müssen diverse interne und externe Systeme, Daten und Informations­quellen sicher angebunden werden. Zudem muss mit den unterschiedlichsten Parteien wie Börsen, Über­tragungsnetzbetreibern, Kunden und Prognosedienstleistern ver­lässlich rund um die Uhr kommuni­ziert werden (siehe Grafik).

POSITION BESTIMMEN
Zentrales Element einer solchen Trading-Plattform ist ein Positions­management, das kurzzyklisch und darüber hinaus bei jeder neuen ln­formation die aktuelle Position be­rechnet.
Es versteht sich, dass dafür die un­terschiedlichsten Datenquellen für Prognosen, Optimierungsergebnisse oder Flexibilitätsoptionen sowie eintreffende Kundenaufträge ver­lässlich angebunden werden müs­sen - über sichere Kommunikations protokolle oder leistungsfähige, überwachte Schnittstellen. Unerlässlich ist ebenso eine zuverlässige Schnittstelle zur Börse. Hier sorgt allerdings die Epex Spot selbst für Qualitätssicherung, in­dem sie die Kommunikation über die M7-Schnittstelle einer Zertifizierung unterwirft. Jeder Deal muss si­cher erfasst und unmittelbar an das Positionsmanagement übergeben werden, das ebenso unmittelbar die resultierende Position neu be­stimmt.

RICHTIG NOMINIERT
Auf diese Weise funktioniert das Positionsmanagement als zentrale Drehscheibe, über die alle Informa­tions- und Datenflüsse verwaltet werden Im Hintergrund sorgen Portfolio und Buchstrukturen da für, dass bei jedem Deal klar ist, aus welchen Quellen er resultiert. Mit dieser Information erfolgt die Rück­verrechnung der Erlöse und Kosten auf Kunden oder interne Einheiten
beispielsweise Erzeugung oder Vertrieb.
Sobald sich der lntradayhandel über mehr als eine Regelzone erstreckt, wird auch die Nominierung zum kritischen Erfolgsfaktor. Der beste Deal ist nichts wert, bevor er nicht ordnungsgemäß nominiert wurde. Für eine Short-Term Trading Platt­form ergibt sich daraus eine weitere Prozesskette, die verlässlich auto­matisiert werden muss: Deals wer­den aus dem Positionsmanagement übergeben, validiert. zu Fahrplänen aggregiert und versendet. Entspre chende Rückmeldungen werden empfangen und angezeigt. Performanz und Schnelligkeit sind für die Nominierung ebenso ent­scheidend wie für den Handel, denn die Nominierung muss mit den Frequenzen im Handel Schritt halten. Ein Auto-Trader, der die zu nominie­renden Deals vervielfacht, wird de­sen potenziellen Flaschenhals noch verschärfen.

DIE NÄCHSTE GENERATION
Folgerichtig werden Handel und Nominierung - vor allem im Kurz­fristbereich - mehr und mehr als Einheit verstanden. Eine perfor­mante, verlässliche und automati­sierte Nominierung bildet das Ge­genstück zu den Algorithmen des Handels.
Im Vergleich zum Finanzsektor -wo man bereits von einem "race for algorlthmlc supremacy" hört - hängen die Früchte im Energiehandel bisweilen noch tief. So kann es beispielsweise für einen Direkt vermarkter bereits eine wesentliche Verbesserung darstellen, wenn aktualisierte Prognosen automatisch an der Börse glattgestellt werden. Hierfür reicht ein Set aus einfachen Algorithmen.
Damit wird man den VWAP den mengengewichteten Durchschnittspreis eines Kontraktes - nicht gleich übertreffen. Besser, als Ausgleichsenergie zu bezahlen, ist es allemal.
Auto-Trading und auch Algo-Trading werden sich in der Energiewirtschaft schnell verbreiten. Für den automatischen Handel in der Ener­giewirtschaft bedarf es jedoch mehr als eines Sets aus Algorithmen: Trading-Plattformen der nächsten Generation, mit deren Hilfe komplexe IT-Infrastrukturen und vielfältige Kommunikationsprozes­se integriert und rund um die Uhr si­cher betrieben werden. Sie bilden die Grundlage für kommende, voll digitalisierte Geschäftsmodelle Im Energiehandel.

Ansprechpartner: 
Stephanie Lemken
Leiterin Kommunikation und Marketing
Tel. +49 241 894 91-4111 

Veröffentlichung:

Ihr Kontakt Stephanie Lemken Was kann ich für Sie tun?
+49 241 918 790

Direkt anrufen

Verwendung von Cookies

Cookies ermöglichen eine bestmögliche Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung der SOPTIM-Seiten erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

Weitere Informationen erhalten Sie in der Datenschutzerklärung
OK, verstanden