Dynamik statt Routine

DIGITALISIERUNG - Agiles Projektmanagement ist in aller Munde, es muss nur auch gelebt werden. Was passiert aber, wenn bei Anbieter und Kunde zwei Welten aufeinandertreffen?

Agile Unternehmenskultur

Agile Unternehmenskultur

Wenn Innovation und Tradition miteinander ringen, kann es schon mal knirschen. Beispielsweise beim Aufeinandertreffen von agiler Projektmethodik und klassischem Projektmanagement. Wenn also der IT-Dienstleister dem Stadtwerk eine agile Software-Einführung vorschlägt, der Versorger aber herkömmlich mit einem haarklein ausformulierten Pflichtenheft starten will. Soptim erlebt diese Konstellation häufig in der Praxis. Man setze den Projektfrieden aber nicht aufs Spiel, so das Unternehmen. Der EVU-Kunde bleibe auch dann König, wenn er konventionell betreut werden möchte. 

NOCH EIN IMPULS NÖTIG
Mit seinem digital-agilen Ansatz findet das Softwarehaus zwar mehr und mehr Anhänger. Aber oft braucht es Überzeugungsarbeit, um die Kunden zum Umdenken zu bewegen. Dr. Andreas Gierlich, Leiter Projektmanagement-Office bei Soptim, ist von den Vorteilen agiler Projektmethoden überzeugt. Deshalb lässt er selbst bei eingefleischten Skeptikern nicht locker. Quasi nach dem Motto, dass „nein“ auch mit „noch ein Impuls nötig“ übersetzt werden kann. 
Schon vor einigen Jahren haben die Aachener begonnen, Prozesse im eigenen Hause auf agil zu trimmen. Auf der Entwicklungsseite wird seitdem Scrum eingesetzt. Die Methode allein ist aber kein Garant für den Erfolg. Parallel vollzieht SOPTIM in allen Unternehmensbereichen einen Wandel hin zu einer agilen Kultur, um Werte, Arbeitseinstellung und Methodik in Einklang zu bringen. 
Zusätzlich befeuert wird der Wandel durch die alles umwälzende Digitalisierung. Soptim hat sich eigenen Angaben zufolge inzwischen komplett neu erfunden und positioniert sich heute als Digital Transformer. In der Überzeugung, dass man die zukünftigen dynamischen Herausforderungen im Energiemarkt – Dezentralisierung, Dekarbonisierung, Digitalisierung und Demokratisierung – nicht mit alten, statischen Arbeitsmethoden in den Griff bekommen wird. 

SCHNELLER IM FEEDBACK-MODUS
Nach innen funktioniert es: Die Software-Entwickler arbeiten motivierter, weil sie neue Produkte aktiv mitgestalten und Verantwortung übernehmen dürfen. Im agilen Projekt kann zudem flexibel auf veränderliche Markt- und Kundenanforderungen reagiert werden. Man kommt schneller zum Ziel und erzielt sogar bessere Resultate. „Weil wir mit dem agilen und digitalisierten Arbeitsmodell mehr PS auf die Straße bringen, möchten wir es natürlich auf die Zusammenarbeit mit unseren Kunden übertragen“, so Gierlich. 
Warum wirkt agiles Projektmanagement so positiv? „Wenn ich mir wochen- oder monatelang Gedanken über eine Detailspezifikation mache, ist ein abstraktes Konstrukt ab einer gewissen Größe nicht mehr richtig greifbar. Anschließend wird lange umgesetzt, und der Kunde ist am Ende vielleicht doch unzufrieden, weil das Ergebnis nicht seinen Vorstellungen entspricht und nachgearbeitet werden muss“, weiß Gierlich.
Im agilen Projekt hingegen genüge es, dass man am Anfang ein gemeinsames Grundverständnis findet, ein Zielmodell definiert und Teilziele priorisiert. „Dann beginnt sofort die Entwicklungsarbeit. Auf diese Weise werden schon nach wenigen Wochen erste Ergebnisse sichtbar und man kommt schnell in den Feedback-Modus. So kann man bei Bedarf sofort nachjustieren und Teilfunktionalitäten der Software nach Wichtigkeit Schritt für Schritt fertigstellen.“
Diese Vorgehensweise bedarf allerdings eines Vertrauensvorschusses der EVU-Lenker in die agile Methodik sowie die Fähigkeiten des IT-Partners und der eigenen Mitarbeiter. Bei vielen Versorgern herrscht noch die Überzeugung vor, eine Herausforderung besser im Griff zu haben, wenn es vorab einen umfassenden Plan und eine Wegbeschreibung zum Ziel gibt. Dabei wird übersehen, dass sich die Welt während der langen Realisierungsphase weiterdreht, das heißt, ggf. neue regulatorische Regelungen gelten oder der Markt zwischenzeitlich neue Anforderungen stellt. 

AM LEBENDEN OBJEKT
„Außerdem dürfe man die psychologische Wirkung agiler Methoden nicht ignorieren“, sagt Gierlich. „Dass man früh eine Maske oder Funktionalität sehen kann, macht etwas mit den Menschen, die am Projekt mitwirken. Sie arbeiten quasi am lebenden Objekt, sie diskutieren über optimale Lösungswege, sind involviert und dadurch zusätzlich motiviert." Sie würden sich mit dem Produkt identifizieren, weil sie es mitgestalten. „Die Begeisterung der Mitarbeitenden zu wecken, ist vielleicht der alles entscheidende Pluspunkt. Man erzeugt Dynamik statt Routine.“
Aber was tut Soptim, wenn ein Kunde auf gewohntem Projektmanagement besteht? „Dann versuchen wir, dem Unternehmen das agile Modell zumindest zur Bewältigung von Teilaufgaben schmackhaft zu machen, denn Agilität funktioniert im Kleinen wie im Großen“, so Gierlich. „Die damit verbundene Dynamik und den Nutzen versteht man am besten, wenn man es selbst erlebt hat.“
Praktische Beispiele für erfolgreiche offene Zusammenarbeit können die inzwischen einige vorzeigen. „Auf Basis unseres neuen Partnerschaftsmodells arbeiten wir inzwischen mit vielen Energieversorgen agil zusammen“ 

Gerhard Grossjohann für Soptim

Ansprechpartner: 
Stephanie Lemken
Leiterin Kommunikation und Marketing
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