SOPTIM bezieht Position zum möglichen Wegfall der Bestandslisten

Donnerstag, 13. Oktober 2016 13.10.2016 von Christian Decker 1 Kommentare

Mit Sicherheit lässt sich nur eines sagen: Die BNetzA steht für Veränderung. Und wie das bei jeder Veränderung so ist, ist die persönliche Betroffenheit durchaus unterschiedlich.

Diejenigen, die sich bereits zukunftssicher aufgestellt haben und dabei eine Vision verfolgten, sind wahrscheinlich deutlich weniger betroffen als diejenigen, die eine eher abwartende Haltung hatten.

Aktuell hat die BNetzA die Verbände dazu aufgefordert, einen Vorschlag zur Prozessumstellung zum 01.04.2017 zu liefern, welcher den Wegfall der Bestandsliste sowie den Wegfall von rückwirkenden Ein- und Auszügen vorsieht. Während die BNetzA klar für den Wegfall der Bestandsliste Position bezieht, warnen die Verbände davor, genau das zu tun. Welche Position am Ende die Oberhand behält, ist heute nicht mit 100%-iger Sicherheit zu sagen.

In unserem Kunden- und Interessentenumfeld kennen wir etwa 20 Unternehmen, die die Bestandsliste als geeinigtes Medium sieht, um das Vertriebs-EDM mit den aktuellsten vorliegenden Daten zu befüllen. Dabei wird das Abrechnungssystem als stammdatenführendes System mit Hilfe der dort durchgeführten Marktkommunikation auf dem aktuellsten Stand gehalten und das Vertriebs-EDM mit einmonatigem Versatz über die Bestandsliste nachgezogen. Die hierbei vorhandenen Differenzen sehen die Kunden und Interessenten, die dieses Verfahren nutzen, als marginal an. Bei Wegfall der Bestandsliste wird diese Möglichkeit entfallen und damit die Datenstände in den beiden Systemen jeden Monat weiter auseinanderlaufen. Dies wiederum führt zu steigendem manuellen Aufwand, wenn es nachher um die korrekte Abrechnung geht. Eine weitere Konsequenz ist, dass die beschaffungsrelevanten Mengen aufgrund der schlechteren Datengrundlage jeden Monat schlechter prognostiziert und damit auch beschafft werden können. Somit entstehen sowohl höhere Personalkosten als auch steigende monetäre Beschaffungsrisiken.

Dieser Blickwinkel der Nutzung dieser Bestandsliste hat aus unserer Erfahrung bisher keinen Einfluss auf die geführte Diskussion zwischen BNetzA und den Verbänden gehabt. SOPTIM spricht sich genau deswegen – ebenso wie die Verbände – gegen einen Wegfall der Bestandsliste aus.

Gerne diskutieren wir mit Ihnen diese Meinung und freuen uns auf Ihr Feedback. Den weiteren Verlauf dieser Diskussion werden wir an dieser Stelle zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgreifen.

Kommentare

Ulf Jacob schrieb am Mittwoch, 1. Februar 2017, 12:33 Uhr:
Die Bundesnetzagentur und einige Vertreter der "reinen Lehre" die in die Weiterentwicklung der Marktprozesse eingebunden sind, bezeichnen die Zuordnungslisten schon seit Jahren als überflüssig, weil diese nur redundante Daten enthält, die den Marktpartnern schon vorliegen sollten. In der Praxis ist diese monatliche Kundenaufstellung jedoch oft die Grundlage automatisierte Marktprozesse aufzusetzen und alle damit verbundenen Aufgaben aufwandsoptimiert zu lösen. Welche Möglichkeiten gibt es, die Ansichten der Theoretiker mit denen der Praktiker abzugleichen. Ich würde mir eine Umfrage unter den Marktpartnern wünschen, um festzustellen in wie vielen Unternehmen derzeit die Zuordnungslisten in die automatisierten Prozesse von der Lastprognose, über das MaBiS-Clearing bis zur Abrechnung eingebunden sind. Man könnte zum Beispiel fragen, wozu die ZOL derzeit genutzt werden, ob eine Ablösung der ZOL kurz- oder mittelfristig in den Unternehmen möglich wäre, welcher Aufwand entstehen würde und was dieser Umstellungsaufwand kosten würde. Dagegen würden die VNB lediglich einen monatlichen Prozess einsparen, der aber in den allermeisten Unternehmen mit guter Qualität und geringen monatlichen Aufwand implementiert wurde.

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