Mensch gegen Maschine – die nächste Runde

Donnerstag, 29. November 2018 29.11.2018 von Dominik Keindl 0 Kommentar

Seit heute ist es soweit: Unsere neueste Entwicklung – eine Künstliche Intelligenz zur Optimierung von Tranchenbestellungen – hat ihre Arbeit aufgenommen. Diese KI ist im Rahmen einer Bachelorarbeit entstanden und hat dort in diversen Simulationen schon gezeigt, dass sie das Potential hat, Bestellzeitpunkte von Tranchenbestellungen so zu optimieren, dass der Kunde am Ende Geld spart. Um dies auch in der Praxis zu beweisen, wagen wir uns in einen Selbstversuch.

Dafür haben wir nach einer angeregten Diskussion über das Thema auf unserem SOPTIM Community live mit der Vattenfall Europe Sales GmbH einen Tranchenvertrag über den Energiebedarf unserer Niederlassung in Essen abgeschlossen. Solche Verträge sind bei der Größenordnung von ca. 150.000 kWh/a, in der wir uns als mittelständisches IT-Unternehmen bewegen, alles andere als üblich, sondern werden eher mit Kunden mit einem Energiebedarf von einigen GWh pro Jahr und größer vereinbart. Da die Kollegen der Vattenfall unser Interesse an der Einsatzmöglichkeit neuer Technologien teilen, konnten sie nicht widerstehen, uns dennoch einen solchen Vertrag anzubieten und mit uns dieses Experiment zu wagen.

Für alle Leser, denen Tranchenmodelle im Energiemarkt nicht geläufig sind, eine kurze Beschreibung, worum es geht:

Bei einem Tranchenmodell wird der Energiepreis beim Vertragsabschluss noch nicht fixiert, sondern ermittelt sich später über eine festgelegte Formel und aus verschiedenen Bestellzeitpunkten, die der belieferte Kunde wählen darf. Dies hat bei den aktuell stark schwankenden Energiepreisen den Vorteil, dass man das Risiko, an einem sehr teuren Tag einen Vertrag abzuschließen, begrenzen kann. Stattdessen wird in einem Preisfindungszeitraum über kleinere Einzelbestellungen für das Lieferjahr, die als Tranchen bezeichnet werden, der Preis erst stückweise ermittelt. Der Preis einer Tranche ergibt sich dabei z. B. über die aktuellen Börsenpreise der EEX, welche in eine vorher verhandelte Preisformel eingesetzt werden. Für einen Endkunden ist es also gut, wenn die Bestellungen an Tagen stattfinden, an denen die Börsenpreise möglichst niedrig sind.

Für uns geht es nun darum, bis zum 30.11.2019 in 20 Tranchen unseren Energiebedarf für das Belieferungsjahr 2020 bei der Vattenfall stückweise zu bestellen. Unser Ziel ist es, dass unsere KI den Preis, der sich über alle Börsenpreise in diesem Zeitraum als Durchschnitt ergeben hätte, zu unterbieten. Wir sind sehr gespannt, ob wir diesen Benchmark schlagen können und werden regelmäßig darüber berichten.

Gerne können Wetten darüber, ob die KI es schafft, in unserem Kommentarbereich hinterlassen werden!

 

Kommentar schreiben

Ihr Kontakt Stephanie Lemken Was kann ich für Sie tun?
+49 241 918 790

Direkt anrufen

Verwendung von Cookies

Cookies ermöglichen eine bestmögliche Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung der SOPTIM-Seiten erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

Weitere Informationen erhalten Sie in der Datenschutzerklärung
OK, verstanden