System beim EEG- und KWK-Anlagenmanagement Print E-mail

Die wachsende Zahl an Anlagen und Vergütungsvarianten erfordert professionelle Prozessunterstützung.

 

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verpflichtet Verteilnetzbetreiber, regenerative Erzeugungsanlagen an ihr Netz anzuschließen, den Strom aufzunehmen, zu übertragen, zu verteilen und nach gesetzlich fixierten Sätzen zu vergüten. Darüber hinaus enthält das Gesetz u. a. Regeln zum bundesweiten Ausgleich der an die Anlagenbetreiber gezahlten Vergütungen. Dabei ist der Belastungsausgleich horizontal zwischen den Übertragungsnetzbetreibern und vertikal zwischen Übertragungsnetzbetreibern und Lieferanten vorzunehmen. Die Verteilnetzbetreiber erhalten vom betroffenen Übertragungsnetzbetreiber die Erstattung der an die Anlagenbetreiber gezahlten Mindestvergütungen abzüglich vermiedener Netznutzungsentgelte. Ähnliche Aufgaben haben die Verteilnetzbetreiber bei Anlagen zu übernehmen, die nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) arbeiten. Dabei erfolgt eine Wälzung erheblicher Geldbeträge in der Bilanz der Verteilnetzbetreiber.

 

Für jede Anlage muss der Verteilnetzbetreiber Datenhaltung, Vertragsverwaltung und Auswertung revisionssicher und für den Wirtschaftsprüfer nachvollziehbar dokumentieren. Das dafür notwendige Energiedaten- und Prozessmanagement war schon in der Vergangenheit eine Herausforderung. Im Zuge der EEG- und KWK-Novellierung 2009 hat sich die Komplexität nochmals erhöht. Schon heute müssen Verteilnetzbetreiber gemäß novelliertem EEG- und KWK-Gesetz ca. 2 500 verschiedene Vergütungskategorien für Stromeinspeiser verwalten. Aufgrund der Vergütungsdegression kommen jedes Jahr neue Kategorien für jeden Energieträger hinzu. Außerdem sind verschiedene zusätzlich zur Grundvergütung zu zahlende Bonuszahlungen zum Teil für anteilige Mengen zu leisten, beispielsweise der KWK-Bonus für Biomasseanlagen, der zudem für Teilmengen monatlich wechselnd gewährt werden kann. Seit 2009 sieht der Gesetzgeber beispielsweise außerdem eine Direktvermarktung von monatlich veränderbaren Anteilen der erzeugten Menge vor.

 


Tabelle 1: Neue KWK-Kategorien und Vergütungen ab 01.01.2009

 

 

Solange Verteilnetzbetreiber nur wenige Anlagen betreuen müssen, funktioniert das Management mit Excel-Listen und viel manuellem Aufwand zumindest einigermaßen. Doch mancher Netzbetreiber sei damit schon heute überlastet, hat Eva Spille, bei der SOPTIM AG in Aachen als Produktmanagerin tätig, festgestellt: "Auf der E-world energy & water Essen haben uns Verteilnetzbetreiber mit Anfragen zu Werkzeugen für eine professionelle Unterstützung der EEG- und KWK-Prozesse geradezu überrannt. Großes Kopfzerbrechen bereiten vielerorts insbesondere die im kommenden Mai an die ÜNB abzuliefernden Jahresberichte für 2009."

 

Das Problem dürfte sich sogar noch verschärfen: Da in den nächsten Jahren die Zahl der EEG-Einspeiser weiter steigen wird, wächst zwangsläufig auch die Vielfalt der zu verwaltenden Anlagentypen und Vergütungskategorien. Es wird allenthalben erforderlich, das EEG- und KWK-Anlagenmanagement zu professionalisieren. "Schon heute gibt es Verteilnetzbetreiber, die mehrere Hundert Anlagen am Netz haben. Hier kann man durchaus schon von einem Massenprozess sprechen", argumentiert Eva Spille. "Selbst entwickelte Werkzeuge stoßen angesichts wachsender Anforderungen schnell an ihre Grenzen. Benötigt werden IT-Lösungen, die das gesamte Aufgabenspektrum konsistent abbilden und alle Prozesse effizient unterstützen."

 

Die SOPTIM AG hat auf die Marktlage rasch reagiert und mit SOPTIM EKM (EEG- und KWK-Anlagen-Management) ein spezialisiertes Software-Instrument entwickelt. Es verspricht, die undankbare Aufgabe der Verteilnetzbetreiber lückenlos beherrschbar zu machen. Es kann sowohl als integriertes Modul der EDM-Lösung SOPTIM NEM (Netz-Energie-Management) eingesetzt werden, aber auch als eigenständige Lösung in anderen Systemumgebungen. "Flexible Import- und Exportschnittstellen ermöglichen die Anbindung ans vorhandene EDM-System und die Verbrauchsabrechnung", erläutert Eva Spille die zweite Variante.

 

 

Abbildung 1: KWK-Kategorie Abbildung 2: EEG-Kategorie

 

 

Abbildung 3: Beispielreport EEG-Jahresbericht

 

 

Der wesentliche Vorteil der Lösung liege in einer nachhaltigen Standardisierung und Automatisierung aller wesentlichen Abläufe, heißt es beim Anbieter. Prozessqualität und Transparenz seien dadurch grundsätzlich gewährleistet. Amortisationsbetrachtungen lassen einen schnellen Return on Investment erwarten, denn so Spille: "Mit wachsender Anzahl dezentraler Erzeugungsanlagen werden die Vergütungsleistungen einen erheblichen Anteil am Umsatzvolumen der örtlichen Netzbetreiber erreichen."