|
Elektromobilität: man hört und liest darüber in allen Medien. Elektrische Antriebe im Verkehr sind nichts Neues. Schon seit Ende des 19. Jahrhunderts fahren Straßenbahnen und Züge mit Strom. Doch Klimawandel und eine globale Gratwanderung hin zur CO2-bewussten Wirtschaft und Lebensweise geben Elektromobilität ein neues Image und eine ganz neue Bedeutung: leise, effizient und ohne CO2-Ausstoß bietet sie dank innovativen Fortschritten in der Batterietechnologie eine echte Alternative zu konventionellen Verbrennungsmotoren.
Wir, die sbc soptim business consult GmbH in Essen, setzen auf das Thema Elektromobilität. Als eine unabhängige Unternehmensberatung für die Branchen Energiewirtschaft und Industrie erarbeiten wir mit Stadtwerken, Energieversorgern und Beteiligten aus Industrie und Wirtschaft Geschäftskonzepte und unterstützen bei der Umsetzung. Zusammen mit unseren Kunden entwickeln wir Strategien, definieren Prozesse und Strukturen. Mit unseren kreativen Konzepten legen wir den Grundstein für einfache und umsetzbare Lösungen.
Förderprogramme und Modellprojekte
Der Handlungsdruck auf die Automobilindustrie steigt – fossile Brennstoffe sind begrenzt, die Preise für fossile Kraftstoffe steigen unaufhörlich und die Diskussion um nachhaltige und emissionsfreie Mobilität ist allgegenwärtig. Und damit gewinnen neue Antriebstechnologien, insbesondere die Elektromobilität, rasant an Bedeutung.
Durch die Initiative der Bundesregierung mit der Verabschiedung des Nationalen Entwicklungsplans Elektromobilität am 19. August 2009 wurde ein erster Meilenstein gesetzt.
- "Elektromobilität ist daher ein Thema von hoher strategischer Bedeutung für die Bundesregierung, das in Verbindung mit der Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen im Integrierten Energie- und Klimaprogramm (IEKP) verankert wurde."
- (QUELLE: Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Berlin 19.11.2008)
Diese Aussage der Bundesregierung auf der Nationalen Strategiekonferenz Elektromobilität am 25. und 26. November 2008 in Berlin und die damit folgenden Beschlüsse und Förderungen gaben den Startschuss. Das Ziel ist, bis zum Jahr 2020 auf Deutschlands Straßen eine Million Elektroautos ins Rollen zu bringen. Die Bundesregierung fördert von 2009 bis 2011 mit insgesamt 500 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II, den Ausbau und die Marktvorbereitung der Elektromobilität. So werden zum Beispiel die ausgewählten 8 Modellregionen wie Hamburg, Bremen/Oldenburg, Rhein-Ruhr, Rhein-Main, Sachsen, Stuttgart, München und Berlin mit insgesamt 115 Millionen Euro unterstützt.
Von den im Konjunkturpaket II vorgesehenen 500 Mio. € vergibt das Bundesministerium für Umwelt (BMU) Zuwendungen in Höhe von 100 Millionen Euro. Die Förderschwerpunkte des BMU sind in erster Linie auf dem positiven Klimaeffekt von Elektrofahrzeugen in Verknüpfung mit erneuerbaren Energien begründet. Hier fördert das BMU gezielt die Netzintegration der E-Mobile. Mit der Zunahme von Elektrofahrzeugen ist einerseits ein zusätzlicher Strombedarf verbunden, andererseits aber auch eine potenzielle Rückeinspeisung aus den Batterien der Elektrofahrzeuge in das Netz. "Vehicle to Grid" wird dieses Verfahren genannt, das von Nutzen für die Lastgangregulierung der Verteilnetze sein kann.
Weitere Schwerpunkte des Förderprogrammes des BMU betreffen Pilotvorhaben mit Pkw, Lieferfahrzeugen und Bussen sowie das Thema des Recyclings wichtiger Rohstoffe für Batterien. Fachleute aus Wissenschaft, Industrie und den beteiligten Kommunen arbeiten bei diesen Modellprojekten eng zusammen, um den Aufbau einer Infrastruktur und die Verankerung der Elektromobilität im öffentlichen Raum voranzubringen. Um den CO2-Ausstoß ernsthaft zu minimieren, muss der sogenannte Fahrstrom aus erneuerbaren Energien herrühren. Erst dann werden Elektrofahrzeuge zu wirklichen "Null-Emissions-Fahrzeugen". Wird konventionell erzeugter Strom eingesetzt, entstehen die CO2-Emmissionen nicht im Verkehrssektor, sondern in den Kraftwerken. Aus diesem Grund hat sich die Bundesregierung bereits vor über einem Jahr im Integrierten Energie- und Klimaschutzprogramm für den Einsatz von Strom aus erneuerbaren Energien in Elektrofahrzeugen ausgesprochen.
Wenn Elektrofahrzeuge ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energien geladen werden, so ist dafür jeweils nur ein kleiner Teil der gesamten erneuerbaren Stromerzeugung notwendig.
- "Im Jahr 2020 benötigen ca. 1 Mio. Elektrofahrzeuge demnach rund 1,82 Mrd. kWh Strom aus Erneuerbaren Energien. Dem steht eine prognostizierte erneuerbare Stromerzeugung von 209,2 Mrd. gegenüber (Szenario des Bundesumweltministeriums*). Die Branchenprognose 'Stromversorgung 2020' der Agentur für Erneuerbare Energien und des Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) sieht sogar eine erneuerbare Stromerzeugung von 278,4 Mrd. kWh voraus.
Im Jahr 2030 benötigen ca. 10 Mio. Elektrofahrzeuge rund 13,5 Mrd. kWh Strom aus Erneuerbaren Energien. Dem steht eine prognostizierte erneuerbare Stromerzeugung von 335,5 Mrd. kWh gegenüber (Szenario des Bundesumweltministeriums*). Im Jahr 2050 benötigen ca. 40 Mio. Elektrofahrzeuge rund 60 Mrd. kWh Strom aus Erneuerbaren Energien. Dem steht eine prognostizierte erneuerbare Stromerzeugung von 561 Mrd. kWh gegenüber (Szenario des Bundesumweltministeriums*)." * QUELLE: Agentur für Erneuerbare Energien, Berlin
Pilotprojekte in Industrie und Wirtschaft
"Zeit, den Strom auf die Straße zu bringen" (QUELLE: Presseinformationen RWE Mobility 16.03.2009). RWE und Daimler starten in Berlin mit ihrem "E-Mobility". Daimler stellt ausgewählten Testpersonen mehr als 100 Smart Elektroautos zur Verfügung und sorgt für den Service der Fahrzeuge. RWE übernimmt die Entwicklung, den Aufbau und Betrieb der Ladeinfrastruktur mit rund 500 Stromladepunkten sowie die Stromlieferung und die zentrale Systemsteuerung.
Mit dem Gemeinschaftsprojekt "Mini E Berlin" folgen die BMW Group und Vattenfall Europe dem Beispiel Daimlers und RWE und starten in Berlin einen Alltagsversuch mit 50 Mini E und öffentlich zugänglichen Stromladesäulen.
E.ON und VW entwickeln Konzepte für Elektroautos als Energiespeicher auf Rädern.
In Österreich zeigt die Vorarlberger Kraftwerke AG mit ihrem Projekt "Vlotte" eine starke Präsenz. Vorarlberg wurde vom Klima- und Energiefonds der österreichischen Bundesregierung als Modellregion für Elektromobilität ausgewählt. Ziel des mit bis zu 4,7 Millionen Euro geförderten Pilotprojektes ist es, im Jahr 2009 einen Flottenversuch mit vorerst 100 Elektrofahrzeugen durchzuführen. Dabei sollen fundierte Erfahrungen – etwa über Praxistauglichkeit, Verbrauch, Reichweiten, Servicekosten und verschiedene Akkutechnologien – gesammelt werden. Gleichzeitig wird die notwendige Infrastruktur für die Betankung auf Basis erneuerbarer Energieträger aufgebaut. In der ersten Phase sollen vor allem Unternehmen und öffentliche Institutionen für den Einsatz von Elektrofahrzeugen gewonnen werden. Im Jahr 2010 ist vorgesehen, die bisherige Fahrzeugflotte von ca. 30 umgebauten Fahrzeugen, zum Beispiel auf Basis eines Fiat 500, maßgeblich zu erweitern. Getragen wird die Initiative von der Betreibergesellschaft "vorarlberg elektrisch mobil GmbH", einer Tochtergesellschaft der Vorarlberger Kraftwerke AG.
In Deutschland werden die ersten Elektroautos schon in diesem Jahr 2010 auf den Markt kommen. Jedoch zu einem noch sehr hohen Preis mit relativ wenig Komfort und einer geringen Reichweite im Vergleich zu herkömmlichen Fahrzeugen. Die Marktreife der Elektroautos zu einem annehmbaren Preis wird noch einige Jahre in Anspruch nehmen. Die meisten in der Presse publizierten Elektroautos sind noch nicht lieferbar oder nur mit sehr langen Wartezeiten verbunden, wie zum Beispiel die Fahrzeuge der großen Automobilhersteller oder der "amerikanische Sportwagen", der aber nur für eine kleine exklusive Zielgruppe ausgelegt ist.
E-Bikes – eine echte Alternative
Im Gegensatz zum eher langsamen Automobilmarkt sind Elektrozweiräder – die sogenannten E-Bikes, Elektroroller und Elektrofahrräder (Pedelecs) – schon voll entwickelt und marktfähig. In China gehören sie zum Standard im Straßenverkehr. Aber nicht nur in Asien, auch in Deutschland gibt es eine Vielzahl von innovativen Elektrozweirad Produkten zu unterschiedlichen, attraktiven Preisen und zum Teil mit neuester Akkutechnologie.
Der Energieversorger EnBW startet im Juni 2010 im Raum Stuttgart einen zweijährigen Pilotversuch mit 500 Elektrorollern und Testfahrern, die das reale Fahr- und Aufladeverhalten testen, um Ladestationen und ein intelligentes Netz bedarfsgerecht auszubauen. Einige Stadtwerke kooperieren mit ansässigen Zweiradvertrieben und bauen eine Infrastruktur mit Ladestationen in den jeweiligen Städten auf und vernetzen besondere Stellplätze in Parkhäusern, um Ihren Fahrstrom bereitzustellen.
Die LINZ AG in Österreich bietet ab sofort allen Besitzern von Elektrofahrzeugen das kostenlose Auftanken ihrer Fahrzeuge an den zurzeit 13 öffentlichen Elektrotankstellen im Linzer Stadtgebiet an.
Hingegen hat der österreichische Energieversorger, die ElectroDrive Salzburg GmbH, eine 100%-Tochter der Salzburg AG, Mobilität im Abo als Produkt entwickelt. Seit Anfang 2009 haben die Salzburgerinnen und Salzburger die Möglichkeit, auf Elektromobilität umzusteigen. Derzeit werden vier Produkte angeboten: E-Fahrräder, E-Mountainbikes, E-Roller und Segways. Das Besondere an diesem Modell ist, dass es Elektromobilität im Abo bietet, d. h. man least die Fahrzeuge und gibt sie nach der vereinbarten Laufzeit zurück. Derzeit setzen rund 300 Kunden auf den modernen Fahrspaß von ElectroDrive Salzburg.
E-Bikes sind momentan das Produkt, mit dem Stadtwerke und Industrieunternehmen, das Thema Elektromobilität schon heute für Ihre Kunden attraktiv machen. Elektroroller und Pedelecs sind die Vorreiter der elektrischen Mobilität. Der Zweiradmarkt ist ein stark wachsender Markt. In den Jahren 2007 und 2008 wurden ca. 300 % mehr konventionelle Roller verkauft als in den Jahren zuvor. Beim Handel von herkömmlichen Motorrädern machen Motorroller mit 56 % den größten Anteil aus. Im Vergleich zu Elektroauto-Konzepten ist eine Elektro 2-Rad Lösung günstiger in der Anschaffung, einfacher in der Einführung und sofort verfügbar. Es ist weniger Infrastruktur (zum Beispiel Stellplätze) nötig und die gesamte Kosteneffizienz (im Betrieb) ist vorteilhafter.
Das E-Bike bietet die große Chance, Strom anfassbar und zu einem emotionalen Produkt zu avancieren. Die Energieversorgungsunternehmen können sich über diese Wettbewerbs-Differenzierung frühzeitig erfolgreich im Markt platzieren. Die Vermarktung der E-Bikes erfordert speziell zugeschnittene Geschäftsmodelle ausgerichtet auf Kundengruppen und regionale Anforderungen.
Das Geschäftsmodell wird durch die individuellen Voraussetzungen geprägt mit folgenden möglichen Optionen:
- Fahrzeuge anbieten (Verkauf, Leasing, Vermietung)
- Bereitstellung der Infrastruktur (Ladestationen)
- Fahrzeuge an ein Stromprodukt koppeln (etwas eigenständiges anbieten)
- Eigene Infrastruktur nutzen (Parkhäuser, Grundstücke, Kunden-Center, Bushaltestelle, etc.)
- Kooperationspartner gewinnen (Touristik-Büros, Industrieunternehmen)
- Geschäft eigenständig vermarkten und mit Vertriebspartnern kooperieren (Verleih- und Leasingfirmen, Hersteller und Händler)
Durch Versäumnisse in der Kommunikation mit ihren wichtigsten Zielgruppen, dem Endverbraucher, in der Preisgestaltung und im Umweltschutz, hat das Image der Energieversorger bei den Verbrauchern erheblich gelitten. Durch verantwortungsbewusstes Handeln und das Angebot von klimafreundlichen Produkten sowie innovativen, umweltfreundlichen Technologien können langfristig Kunden gewonnen und gehalten werden. Viele Verbraucher wollen sich mit einem verantwortungsbewussten und klimafreundlichen Unternehmen identifizieren. Sie können damit aktiv zum Klimaschutz beitragen. Durch ein klimafreundliches und innovatives Image können sich die Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen und besser am Markt positionieren. Mit dem Vorhaben, Elektrofahrzeuge und Strom aus erneuerbaren Energien als ein Gesamt-Produkt anzubieten, eröffnen sich neue Chancen für Energieversorgungsunternehmen. Durch eine zeitnahe unternehmerische Planung und zielgerichtete Investitionen können die Chancen der Elektromobilität für alle Beteiligten positiv genutzt werden.
Kontaktdaten
sbc soptim business consult GmbH Dietrich-Oppenberg-Platz 1 45127 Essen + 49 (0) 201 867 5334 - 0
|