WiM: Netzbetreiber fahren besser mit separiertem MSB/MDL Drucken

Wie stellen sich Netzbetreiber optimal auf die neuen Aufgaben des Messwesens ein?

Vorteile verspricht die Auslagerung in eine separate Abteilung. Eindeutige Aufgabenverteilung und klare Prozesse erleichtern die Arbeit.

 

Mit der Liberalisierung des Messwesens sind zwei neue Marktrollen entstanden: Messstellenbetreiber (MSB) und Messdienstleister (MDL). Um einheitliche Abläufe zu gewährleisten, hat die Bundesnetzagentur Festlegungen getroffen, um Verträge und Geschäftsprozesse im Bereich des Messwesens zu standardisieren: Die Rede ist von den "Wechselprozessen im Messwesen" (WiM): Alle Marktrollen sind betroffen.

 

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Aus der Ferne betrachtet könnte man sagen, der Netzbetreiber macht im Grunde genommen alles wie bisher, außer dass ihm Messstellenbetrieb und Messdienstleistung im Einzelfall abgenommen werden können. Bei genauerem Hinsehen sind die Änderungen jedoch erheblich, weil der Netzbetreiber für die korrekte Bearbeitung der Prozesse in jedem Fall wissen muss, von wann bis wann wer MSB und wer MDL ist. Dafür muss er seine Systeme und Prozesse anpassen. Außerdem wurde der Netzbetreiber vom Gesetzgeber zum Grundversorger für Messstellenbetrieb und Messdienstleistung bestimmt. Deshalb muss er alle in WiM definierten Prozesse beherrschen.

 

 

Organisatorische Ausgestaltung

Wie stellt sich ein Netzbetreiber auf, um seine Aufgaben optimal zu erfüllen? Wenn MSB und MDL von einem externen Dritten wahrgenommen werden, hat es der Verteilnetzbetreiber bei der Marktkommunikation nach WiM vergleichsweise bequem. Denn er ist zwar in den Informationsfluss eingebunden, hat jedoch eher eine beobachtende Rolle. Diese Konstellation kann er auch intern herstellen, indem er MSB und MDL in einer eigenen Abteilung ansiedelt, die diese Prozesse übernimmt und den anderen Abteilungen die erforderlichen Daten bereitstellt. Vorteilhaft ist diese Aufgabenverteilung auch, wenn der Netzbetreiber als Messgrunddienstleister in Anspruch genommen wird. Er muss sich nicht selbst mit den klassischen MSB/MDL-Prozessen befassen, sondern kann die Aufgaben an die im Haus zuständige Abteilung weiterleiten. Man würde sich sozusagen intern beauftragen. Damit trennt man nicht nur die Rollen und stellt transparente Prozesse her, sondern entlastet außerdem den Netzbetrieb. Denn der muss nur noch wissen, wer wann MSB und/oder MDL ist, und kann sich im Übrigen auf sein Kerngeschäft konzentrieren.

 

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Um diesen Ansatz umzusetzen, muss man keinen Shared Service gründen. Es genügt, sich intern klar zu sortieren und die entsprechenden Aufgaben zu verteilen. Gestaltet man auch die IT-Landschaft entsprechend, ergibt sich ein weiterer Vorteil: Die neuen Prozesse müssen nicht aufwendig in die bestehenden Systeme integriert werden.

 

 

IT-Unterstützung für alle organisatorischen Varianten

Die SOPTIM AG folgt mit ihrem Lösungskonzept diesem quasi "entflochtenen" Ansatz. Zugleich werden die Aufgaben rund um Wechselprozesse und Vertragsbeziehungen (kurz "Wechselmanagement") von denen der Kommunikation mit den Zählern und vom Verarbeiten der Messdaten (kurz "Messdatenmanagement") getrennt.

 

Das Modul SOPTIM WIM unterstützt die Wechselprozesse im Messwesen und bildet die vertraglichen Beziehungen im Messwesen ab. Es umfasst die Pflege von Stammdaten zu Messstellen, Geräten, Messstellenbetreibern, Messdienstleistern, Lieferanten und Endkunden, die zeitbezogene Verwaltung der vertraglichen Beziehungen sowie den Nachrichtenaustausch mit allen Marktpartnern in den vorgeschriebenen Formaten. Alle Datenänderungen können über Synchronisationsmechanismen an die Nachbarsysteme weitergegeben werden, sodass sich eine systemübergreifende Prozessunterstützung ergibt.

 

Das Modul SOPTIM MDM (Messdaten-Management) unterstützt alle Aufgaben rund um die Messung: Es kommuniziert direkt mit den Smart Metern und übernimmt Daten von der ZFA. Es verwaltet die Messdaten und führt alle nötigen Operationen der Datenaufbereitung (z. B. Plausibilisierung und Ersatzwertbildung) an den Zeitreihen durch. SOPTIM MDM speichert die Zeitreihen, aggregiert sie gemäß den Erfordernissen der Marktpartner und verschickt MSCONS-Nachrichten. Die Lösung ermöglicht eine performante Bearbeitung und Verwaltung von bis zu 5 Mio. Zeitreihen.

 

 

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Die Aufteilung bietet den Vorteil, sowohl für die beiden neuen Marktrollen MSB und MDL eine passgenaue IT-Unterstützung bieten zu können als auch für Lieferanten und Netzbetreiber eine Lösung für die neuen Wechselprozesse.

 

 

Für die einzelnen Marktrollen ergeben sich folgende Systemlandschaften:

 

 

MSB und MDL

In der unabhängigen Marktrolle baut der Dienstleister eine eigenständige Systemlandschaft auf. Im Zentrum steht SOPTIM MDM zur Verwaltung der Messdaten und zur Kommunikation mit den Zählern. Es wird vervollständigt durch das Gerätemanagement und das Workforce-Management sowie nicht zuletzt durch das Abrechnungssystem. Zur automatisierten Abwicklung der Wechselprozesse kommt SOPTIM WIM zum Einsatz.

 

 

Netzbetreiber in Kombination mit MSB und MDL

Die Messdaten werden wie bisher für die RLM-Zähler von der ZFA eingeholt und an SOPTIM MDM übergeben. Für Smart Meter übernimmt SOPTIM MDM die bidirektionale Kommunikation mit dem Zähler und die Aufbereitung der Messdaten, sodass das EDM-System die Daten in gewohnter Form übernehmen kann. Die neuen Wechselprozesse werden für beide Rollen von SOPTIM WIM übernommen. Die relevanten Daten werden sowohl mit SOPTIM MDM als auch mit dem EDM-System abgeglichen.

 

 

Lieferant in Kombination mit MSB und MDL

Für den Lieferanten ist die Erfassung der Messdaten neu. Er verwendet SOPTIM MDM als zentrales System für die Kommunikation mit den Zählern sowie für die Erfassung und Aufbereitung der Daten. Für das Abwickeln der Prozesse rund um die Zähler benötigt er ein Geräte- und ein Workforce-Management-System. SOPTIM VIM übernimmt die neuen Wechselprozesse für beide Rollen und gleicht die relevanten Daten sowohl mit SOPTIM MDM als auch mit den anderen Vertriebssystemen ab.

 

 

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Wechselprozesse im Messwesen
Messdatenmanagement