SC : MOLS
SC :MOLS MOLS: Merit-Order-List-Server

Fairer Wettbewerb im Regelleistungsmarkt

Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz Transmission, Amprion, TransnetBW und Tennet TSO sichern gemeinsam im Rahmen des sogenannten Netzregelverbundes (NRV) die Netzstabilität. Um Frequenzschwankungen auszugleichen, setzen sie die drei Regelleistungsarten Primärregelleistung (PRL), Sekundärregelleistung (SRL) und Minutenreserveleistung (MRL) ein.

Der prognostizierte Bedarf an Minutenreserveleistung wird täglich von den ÜNB auf einer Auktionsplattform im Internet ausgeschrieben. Die Anbieter mit den niedrigsten Arbeits- und Leistungs­preisen erhalten einen Zuschlag und gehen damit die Verpflichtung ein, Minutenreserveleistung vorzuhalten. Die MRL wird gemäß einer deutschlandweit einheitlichen Merit-Order-Liste abgerufen, die vom günstigsten bis zum teuersten Anbieter die Reihenfolge der Abrufe festlegt.

Der Zubau von erneuerbaren Energien erhöhte den Bedarf und die operativen Aufwände bei den Übertragungsnetzbetreibern stetig. Der resultierende Kostenanstieg sollte durch zunehmenden Wettbewerb im Minutenreservemarkt ausgeglichen werden. Dazu sollte der Regelleistungsmarkt stärker geöffnet werden – für kleinere Anbieter und Konzepte, die auf Anlagenpooling beruhen (z. B. für virtuelle Kraftwerke). Wesentliche regulatorische Maßnahmen, um dies zu ermöglichen, bestanden darin, die Mindestgebotsgröße abzusenken, aber auch in der Möglichkeit, Regelenergie nicht nur für die eigene Anschlussregelzone, sondern für Gesamtdeutschland anzubieten. 

Um einen regelzonenübergreifenden Minutenreservemarkt mit vielen kleinen Anbietern technisch zu ermöglichen, mussten die ÜNB das bisherige telefonische Abrufverfahren ersetzen.

SOPTIM Connect entwickelte im Auftrag der vier deutschen ÜNB einen Merit-Order-List-Server (MOLS) für das automatisierte und bundesweit einheitliche Management der Minutenreserveleistung. Anbieter können über den MeRLin-Client mit dem MOLS kommunizieren.

  • Koordination
    MOLS koordiniert deutschlandweit die Abrufe der Minutenreserve.
  • Entlastung
    MOLS macht die gestiegenen operativen Aufwände für ÜNB und Anbieter beherrschbar.
  • IT-Sicherheit
    MOLS erfüllt die hohen Anforderungen an Sicherheit und Verfügbarkeit einer kritischen Infrastruktur.
  • Verlässlich
    MOLS läuft seit Mitte 2012 ohne ungeplanten Ausfall.
  • "First of kind"
    MOLS ist ein erfolgreiches „first-of-kind“-Projekt im Kontext der Energiewende.
  • Projektziel erreicht
    MOLS ermöglicht einen bundesweit einheitlichen, offenen und liquiden Markt für Minutenreserve.

Abruf der Minutenreserve über MOLS

Die Serverplattform des MOLS wird von Amprion betrieben und steht allen vier Übertragungsnetzbetreibern vollwertig und transparent zur Verfügung, um Abrufe zu steuern und das Monitoring der eigenen MRL-Anbieter durchzuführen. Dazu werden hoch spezialisierte Dialogkomponenten genutzt.

Die MRL wird im Viertelstundenraster abgerufen. Dieser Abruf wird von MOLS je nach Anforderungsart entweder direkt ereignisgesteuert oder zyklisch im Viertelstundenraster bearbeitet. Dabei wird im ersten Schritt der Gesamtbedarf der ÜNB-übergreifend bestimmt. Im zweiten Schritt werden anhand der Vertragsdaten sowie der aktuellen Verfügbarkeit gemäß der bereits gelieferten MRL sowie etwaiger spontaner Abmeldungen oder Ausfälle die abzurufenden Anbieter im Ranking ermittelt.

Anbieter erhalten direkt anschließend entsprechende Aktivierungsnachrichten über die zu aktivierende (positive oder negative) Leistung, die dann von den Anbietern geliefert wird. Zeitgleich zu den Aktivierungen werden die zugehörigen Fahrplan-Meldungen an die ÜNB-Systeme erzeugt und versendet, um den Ausgleich zwischen den ÜNB (also den liefernden und den abnehmenden Regelzonen) herzustellen. Um die Prozesse abzusichern, überwacht das System sämtliche Vorgänge anhand der Rückmeldung und Bestätigung und bietet dafür ein hochautomatisiertes und sehr intuitives Cockpit.

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