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Worauf müssen sich die Gasversorgungsnetzbetreiber aufgrund der KOV VI vorbereiten?

Die Kooperationsvereinbarung VI (KOV VI) zwischen den Betreibern von in Deutschland gelegenen Gasversorgungsnetzen tritt am 1. Oktober 2013 in Kraft. Die KOV VI sieht für die Netzbetreiber erneut einige Neuerungen und Veränderungen vor, auf die es sich vorzubereiten gilt.

SOPTIM News Abbildung: Einige Inhalte der KOV VI und deren Auswirkungen für die Verteilnetzbetreiber

Abbildung: Einige Inhalte der KOV VI und deren Auswirkungen für die Verteilnetzbetreiber

So beinhaltet der Umstellungsprozess der Gasqualität von L- auf H-Gas einige Fallstricke, die nur durch ausreichend intensive Projektvorbereitung und Durchführung umgangen werden können. Ein wesentlicher Punkt ist die Berücksichtigung der Durchsetzung der Verteilnetzbetreiber-Interessen gegenüber dem Fernleitungsnetzbetreiber, da dieser für die Umstellung der Gasqualität von L- auf H Gas hauptverantwortlich ist. Als vorgelagerter Netzbetreiber trifft er die Entscheidung für die Umstellung.  Die Verteilnetzbetreiber, die in ihrem Gebiet für den gesamten technischen und operativen Netzbetrieb verantwortlich sind, müssen diese Umstellung, sobald die Entscheidung dementsprechend getroffen wird, sicherstellen. Im Zuge der Umstellung müssen sich die Verteilnetzbetreiber dann mit den Fragestellungen auseinandersetzen, wie die Umstellung weitestgehend kostenneutral erfolgen kann, wie Synergien bezüglich bestehender Aufgaben zu heben sind und wie die entstandenen Aufwände sich bzgl. der Anreizregulierung abbilden lassen.

Mit dem Entfall der 5 %-Toleranz des Netzkontos, werden Kapazitäten vollumfänglich bei Überschreitung abgerechnet, soweit die Überschreitung nicht aufgrund einer zwischen den Netzbetreibern/ Marktgebietsverantwortlichen abgestimmten Netzfahrweise erfolgt. Auch weiterhin kommt es nicht zu einer Vertragsstrafe im Falle einer Überschreitung, wenn das BDEW Berechnungstool korrekt angewendet wird. Durch den Entfall der 5% Toleranz müssen sich Verteilnetzbetreiber verstärkt ihre Netzkontenqualität prüfen. Netzbetreiber stehen vor der Aufgabe ihre Datengrundlage für das Netzkonto bei hohen Abweichungen zu bereinigen.

Ein weiterer Punkt, der im Rahmen der KOV VI, von den Verteilnetzbetreibern ebenfalls zu berücksichtigen ist, sind die Anforderungen, auf das Profil 04 umzustellen bzw. einen standardisierten Nachweis bei signifikanter Abweichung des monatlichen Netzkontos erbringen zu müssen, wenn auf eine Umstellung verzichtet wurde. In diesem Nachweis muss in geeigneter Weise dargelegt werden,  dass das bisherige Profil für SLP bessere Ergebnisse liefert.  Bevor sich Verteilnetzbetreiber für den Wechsel der Profilausprägung entscheiden, ist daher eine ausführliche Prüfung der Auswirkungen einer solchen Umstellung erforderlich.

Diese drei Veränderungen zeigen, dass der Verteilnetzbetreiber sich mit den Auswirkungen der KOV VI bereits frühzeitig vor Inkrafttreten beschäftigen muss, um den Handlungsrahmen zu kennen und für sich die effektive und effiziente Entscheidung zu treffen.

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