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Intelligenter Strom: FH entwickelt Master Energiewirtschafts-Informatik

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24. April 2013

Die Zeiten ändern sich. Während der Strommarkt früher überschaubar war, ist er heute von einer großen Vielfalt an Produzenten, Anbietern und Vertriebswegen geprägt. Eine weitere tiefgreifende Umwälzung ist derzeit im Zuge der Energiewende im Gange: Neben der Entwicklung intelligenter Netze und der Systemintegration von erneuerbaren Energien wird die Verwaltung von Echtzeitdaten für den Handel immer wichtiger. Das Herzstück dabei ist die Softwaresteuerung. Aus diesem Grund suchen die Energieunternehmen händeringend gut ausgebildete Ingenieurinnen und Ingenieure, die sich in den Bereichen Energiewirtschaft, Energietechnik und Informatik gleichermaßen auskennen.

Um diesen Marktanforderungen erfolgreich zu begegnen, hat die FH Aachen den neuen Masterstudiengang Energiewirtschafts-Informatik entwickelt, der ab Wintersemester 2013/14 angeboten und heute in den Räumen der Trianel GmbH präsentiert wird. Er ruht auf drei Säulen: Neben den klassischen Bereichen Energietechnik und Informatik spielen wirtschaftliche und juristische Aspekte eine wesentliche Rolle, etwa wenn es um Fragen des Marktzugangs geht. Die Entwicklung des Studiengangs geschieht in enger Abstimmung mit dem regionalen Mittelstand. Sieben Unternehmen haben sich in einer Stiftung zusammengeschlossen; sie haben nicht nur inhaltliche Impulse geliefert, sie haben auch die Finanzierung einer Stiftungsprofessur sichergestellt.

Der Rektor der FH Aachen, Prof. Dr. Marcus Baumann, meint: „In den intensiven Gesprächen mit den Vertretern aus Industrie und Wirtschaft ist uns sehr schnell bewusst geworden, dass die Einrichtung eines Masterstudiengangs Energiewirtschafts-Informatik eine enorme Chance darstellt. Es ist offensichtlich, dass in vielen Bereichen in der Industrie gut ausgebildete Ingenieurinnen und Ingenieure dort gefordert sind, wo es auf Kenntnisse aus verschiedenen Disziplinen ankommt. Dafür ist der Energiewirtschafts-Informatiker ein gutes Beispiel.“ Die FH Aachen sehe als innovative Hochschule eine besondere Verpflichtung, zur Stärkung der Region beizutragen, sowohl in Forschung und Entwicklung als auch durch die Ausbildung von Absolventinnen und Absolventen für die regionale Wirtschaft. „Wir freuen uns, dass es uns in der Zusammenarbeit mit Unternehmen aus der Region gelingt, einen höchst interessanten, zukunftsfähigen Studiengang realisieren zu können, der von unseren Studierenden mit Sicherheit gut nachgefragt wird“, ergänzt er unter Verweis auf die Stiftungsprofessur, die eine notwendige Voraussetzung für den Studiengang sei.

Der neue Master wird von den Fachbereichen Energietechnik sowie Medizintechnik und Technomathematik getragen. Er umfasst drei Vorlesungssemester sowie ein Abschlusssemester, in dem die Studierenden eine forschungs- oder projektorientierte Masterarbeit schreiben – idealerweise in enger Zusammenarbeit mit einem der beteiligten Unternehmen. Der Studiengang steht Bachelorabsolventinnen und -absolventen der Bereiche Elektrotechnik/Energietechnik, Scientific Programming und Informatik offen. Potenzielle Tätigkeiten der fertigen Energiewirtschafts-Informatiker sind Systemintegrator/-in, Berater/-in, Komponentenentwickler/-in und Produktmanager/-in.

SOPTIM News Studiengang Energiewirtschafts-Informatik

Der Vorsitzende der Stiftung, Dr. Hans Röllinger, betont: „Energiewirtschaft und Informatik sind zwei wichtige Säulen der Energiewende. Der kombinierte Masterstudiengang bietet einerseits den jungen Leuten beste Berufsaussichten und andererseits einen Kompetenzvorsprung für alle Unternehmen der Region. Nicht zuletzt durch die Finanzierung durch den Mittelstand ergibt sich hier ein hervorragendes Beispiel für die effiziente Kooperation von FH und Industrie.“

Auch Dieter Rehfeld, Vorsitzender der Geschäftsführung der regio iT GmbH, freut sich über das Gelingen des Vorhabens, vor allem vor dem Hintergrund, dass nur ein Jahr von der ersten Kontaktaufnahme zwischen Wirtschaft und Hochschule bis zur erfolgreichen Realisierung vergangen sei: „Dies war nur durch die konstruktive Zusammenarbeit der Gründungsunternehmen und der FH möglich.“

Für Sven Becker, Sprecher der Geschäftsführung des Aachener Energieunternehmens Trianel GmbH, bietet der neue Studiengang eine ideale Kombination: „Die Energiewende wird nur dann gelingen, wenn die erneuerbaren Energien erfolgreich in den Markt integriert werden. Das Handling von Echtzeitdaten zum simultanen Ausgleich von Angebot und Nachfrage wird vor dem Hintergrund der Einspeisung von fluktuierenden erneuerbaren Energien an Bedeutung gewinnen. Insofern sind Energieversorger gut beraten, ihr energiewirtschaftliches und energietechnisches Know-how um die wichtige Dimension der Energieinformatik zu ergänzen.“

Die an der Stiftung beteiligten Unternehmen stammen allesamt aus der mittelständischen regionalen Energiewirtschaft. Sie waren nicht nur eng in die Entwicklung des Curriculums eingebunden, sondern sie werden auch gemeinsam mit der Hochschule Forschungsprojekte entwickeln.

Folgende Unternehmen haben die Stiftung gegründet und die Stiftungsprofessur finanziert: SOPTIM AG, ProCom GmbH, regio iT GmbH, KISTERS AG, Klafka & Hinz GmbH, ene’t GmbH, BET GmbH. Der Vorstand ist besetzt mit Dr. Hans Röllinger (REGINA e.V., Vorsitzender), Franz Scheidt (ProCom GmbH, stellv. Vorsitzender), Dieter Rehfeld (regio iT GmbH, Beisitzer), Klaus Kisters (KISTERS AG, Beisitzer) und Dr. Hans-Jörg Hinz (Klafka & Hinz GmbH, Beisitzer).

Bislang konnten folgende Förderer für die Stiftungszwecke gewonnen werden: STAWAG AG, devolo AG, EWV GmbH, enwor GmbH, Alliander Netz Heinsberg AG, Atos Worldline GmbH, Stadtwerke Jülich GmbH (vorbehaltlich der Entscheidung durch den Beirat), Trianel GmbH.

Quelle: idw

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